Spanien prüft Batterie- und Wasserstoffzüge als Diesel-Alternativen auf sechs nicht-elektrifizierten Strecken

Spanien prüft Batterie- und Wasserstoffzüge als Diesel-Alternativen auf sechs nicht-elektrifizierten Strecken
© CAF
Das spanische Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität hat eine vorläufige Marktkonsultation eingeleitet, um Alternativen zur Dieseltraktion auf sechs nicht elektrifizierten Bahnstrecken der Red Ferroviaria de Interés General (RFIG) zu erkunden.

Die Initiative zielt darauf ab, die technische und finanzielle Durchführbarkeit des Einsatzes von batteriebetriebenen, Wasserstoff- und Hybridzugtechnologien in Gebieten zu ermitteln, in denen eine vollständige Elektrifizierung wirtschaftlich nicht tragbar ist, berichtet El Economista.

©Alstom
©Alstom

Die Konsultation, die bis zum 10. Oktober 2025 läuft, ist Teil der laufenden Entwicklung einer neuen nationalen indikativen Strategie für Elektrifizierung und Modernisierung, die die künftigen Investitionsprioritäten ab 2026 festlegen soll.

Die Studie konzentriert sich auf die folgenden Bereiche:

  • Ávila-Salamanca: 404 Passagier- und 25 Frachtbewegungen monatlich
  • Torralba-Soria: 136 Personen- und 1 Gütertransport monatlich
  • Huesca-Canfranc: 103 Passagier- und 13 Frachtbewegungen monatlich
  • Cáceres-Valencia de Alcántara: 26 Passagier- und 2 Frachtbewegungen monatlich
  • Zafra-Huelva: 169 Passagier- und 192 Frachtbewegungen monatlich
  • Mérida-Los Rosales: 122 Passagier- und 152 Frachtbewegungen monatlich
© Hitachi
© Hitachi

Das Verkehrsprofil jeder Strecke wird die bevorzugte Traktionstechnologie beeinflussen. Zu den untersuchten Optionen gehören batterieelektrische Triebzüge (BEMU), Wasserstoff-Brennstoffzellen-Züge und trimodale Hybride, die Oberleitungs-, Diesel- und Batteriebetrieb kombinieren. Der Einsatz von Biobrennstoffen oder synthetischen Kraftstoffen wird ebenfalls in Betracht gezogen, obwohl diese nicht als emissionsfrei eingestuft werden.

© Siemens Mobility
© Siemens Mobility

Es werden mehrere Referenzmodelle von europäischen Herstellern angeführt:

  • Alstom Coradia Continental BEMU: Lithium-Titanat-Batterien, 120 km Reichweite
  • Stadler FLIRT Akku: Lithium-Ionen-betriebene Tri-Mode-Varianten im Einsatz in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden
  • Hitachi Masaccio/Blues: Hybridzüge mit Batterie-Diesel-Fahrleitung in Italien eingeführt
  • Siemens Mireo Plus B: regionales BEMU mit Schnellladeinfrastruktur
  • CAF FCH2Rail: Wasserstoff-Batterie-Hybrid in Spanien und Portugal getestet
  • Škoda Diesel-Batterie-Hybride
© Škoda Group
© Škoda Group

Derzeit sind 57,5 % des spanischen Schienennetzes elektrifiziert (6.719 km von 11.672 km), der Rest wird mit Dieseltraktion betrieben. Die in der Konsultation angesprochenen Strecken befinden sich alle im nicht elektrifizierten Netz, wo das Verkehrsaufkommen und die Infrastrukturbeschränkungen die Machbarkeit einer konventionellen Elektrifizierung begrenzen.

© Stadler
© Stadler

Die im Rahmen der Konsultation gesammelten Informationen werden die Technologieauswahl und die Finanzplanung im Rahmen der allgemeinen Strategie Spaniens zur Verringerung des Dieselverbrauchs und zur Unterstützung der Dekarbonisierungsziele der EU unterstützen.


Werden Sie Mitglied in unserem Kreis der Insider: Erhalten Sie die wöchentliche Zusammenfassung, die Sie auf dem Laufenden hält!

Neueste Eisenbahnnachrichten

Top-Nachrichten