Pilotprojekt "Digitale Schiene" startet im ländlichen Raum Deutschlands

Pilotprojekt "Digitale Schiene" startet im ländlichen Raum Deutschlands
© DESAG
Ein neues Pilotprogramm zielt darauf ab, ländliche Bahnkorridore in Norddeutschland durch einen Glasfaserausbau zu digitalisieren. Das Programm verbindet die regionale Bahn mit moderner Infrastruktur für die Mobilität der Zukunft.

Im Nordosten Deutschlands ist ein bundesweites Pilotprojekt zur Modernisierung der ländlichen Schieneninfrastruktur gestartet. Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Deutschen Eisenbahn Service AG (DESAG) und Netz33, einem Unternehmen der Niedax-Gruppe, startete am Mittwoch in Pritzwalk offiziell das Programm "Multimodale Schiene Nordost". Im Mittelpunkt der Initiative steht die Verlegung von Hochleistungs-Glasfaserkabeln entlang der DESAG-Schienenkorridore zwischen Berlin, Hamburg und Rostock.

Ziel ist es, fortschrittliche digitale Technik in ländliche Regionen zu bringen und die Leistungsfähigkeit der Schieneninfrastruktur vor Ort zu verbessern. "Mit diesem Projekt setzen wir ein starkes Signal für Digitalisierung und Innovation im ländlichen Schienenverkehr und schaffen die Grundlage für ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Mobilitätsnetz", so Dr. Ralf Böhme, Mitglied des Vorstands der DESAG.

Netz33 wird die Glasfaser mit Systemen der Niedax-Gruppe und optischer Technologie von Corning verlegen. "Die Kombination unserer Kabellösungen mit hochleistungsfähiger Glasfasertechnologie schafft einen neuen Maßstab für Kapazität, Nachhaltigkeit und Sicherheit", so Bruno Reufels, CEO der Niedax-Gruppe.

Neben der Glasfaseranbindung will die DESAG entlang der Trasse multimodale Versorgungskorridore schaffen. Zukünftige Anwendungen könnten auch die Leitung von erneuerbaren Energien über dieselbe Trasse umfassen, um regional erzeugten Strom im lokalen Netz zu halten. Nach Ansicht der DESAG könnte dieses sektorübergreifende Konzept die wirtschaftliche Entwicklung und die Energieresilienz fördern.

Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Raumordnung, Detlef Tabbert, begrüßte die Initiative und nannte sie ein Modell für ländliche Regionen. "Leistungsstarke Glasfaser entlang von Schienenkorridoren eröffnet neue Chancen für das Schienennetz und kann die Attraktivität des Personen- und Güterverkehrs auf dem Lande erhöhen", sagte er.

Das Pilotprojekt soll die Bedingungen für die regionale Logistik, Investoren in die Dateninfrastruktur und den künftigen Bahnbetrieb verbessern. Außerdem soll es die Wirtschaftstätigkeit ankurbeln, indem es das Gebiet für Technologieunternehmen und datengesteuerte Branchen attraktiver macht.

Die Multimodale Schiene Nordost ist das erste Projekt dieser Art in Deutschland. Wenn es erfolgreich ist, könnte es als Vorbild für die Modernisierung von Eisenbahnkorridoren jenseits der Ballungsräume des Landes dienen.


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