ProRail hat einen einjährigen Versuch mit dem automatischen Zugbetrieb (ATO) auf dem Güterverkehrskorridor Betuweroute gestartet.
Für den Test wird eine für ATO ausgerüstete Lokomotive von DB Cargo eingesetzt, die mit Waggons unterschiedlichen Gewichts, aber ohne kommerzielle Ladung fährt. Der Versuch umfasst sowohl GoA2 (teilautonom mit Überwachung durch den Lokführer) als auch GoA4 (vollständig autonom mit Fernüberwachung) und ist das erste Mal, dass diese Stufen im europäischen Schienengüterverkehr unter realen Bedingungen getestet werden. Die Lokomotive ist außerdem mit Fernüberwachungs- und -steuerungssystemen ausgestattet, und ein Testteam ist während des gesamten Versuchs im Führerstand anwesend.
Die Betuweroute wurde ausgewählt, weil es sich um einen speziellen Güterverkehrskorridor handelt, der mit dem Europäischen Zugsicherungssystem (ERTMS) ausgestattet ist und keine Bahnübergänge aufweist, so dass eine kontrollierte Umgebung für die Tests geschaffen wurde.
Zu den erwarteten Ergebnissen der vollständigen Einführung von ATO gehören eine Kapazitätssteigerung von 20-30 % auf bestimmten Korridoren im Rahmen von GoA4, eine Senkung des Energieverbrauchs um bis zu 15 % und Einsparungen bei den Betriebskosten von bis zu 20 % aufgrund verbesserter Fahrmuster und geringerer Ausfallzeiten.
Nach Abschluss der Testphase werden die Ergebnisse ausgewertet und für die Standardisierungs- und Zertifizierungsbemühungen verwendet, mit dem langfristigen Ziel, die ATO-Technologie in größerem Umfang auf Korridoren wie der Rhein-Alpen-Strecke einzusetzen.