Münchner Prozess zeigt ferngesteuerte Züge

Münchner Prozess zeigt ferngesteuerte Züge
© Alstom
Die Deutsche Bahn und Alstom haben einen ersten Test mit ferngesteuerten Nahverkehrszügen in einem Depot in München abgeschlossen. Der Schwerpunkt des Tests lag auf Rangierbewegungen, die von einer Fernsteuerungszentrale aus gesteuert wurden.

Die Deutsche Bahn und Alstom haben einen Testlauf zum ferngesteuerten Fahren eines Nahverkehrszugs in einer realen Depotumgebung in München durchgeführt. Im Rahmen des Tests wurde ein S-Bahn-Zug von einer Fernsteuerungszentrale aus betrieben. Dies war der erste kundenbetriebene Test dieser Art mit einem Nahverkehrszug in Deutschland.

Das System ist für Bewegungen im Depot konzipiert, wie Rangieren und Positionieren von Zügen für Wartungsarbeiten oder Abstellen. Nach Angaben der Projektpartner kann die Fernsteuerung die Laufwege für das Personal im Depot verkürzen und Routinebewegungen beschleunigen, wodurch die Effizienz und die Personalauslastung verbessert werden.

Der Testaufbau nutzt ein lokales 5G-Netzwerk und eine generische Fahrschnittstelle, die auf verschiedene Zugtypen angewendet werden kann. Ein Gateway verbindet das bestehende Zugsteuerungs- und -managementsystem mit der Remote-Workstation, sodass ältere Fahrzeuge angepasst werden können, ohne dass die Bordsysteme vollständig ausgetauscht werden müssen. Zusätzliche Kameras und Sensoren wurden im Zug installiert, um dem Remote-Bediener Situationsbewusstsein zu vermitteln.

Die Lösung ist technisch sowohl mit bestehenden Flotten als auch mit neuen Zügen kompatibel und wurde bereits in mehreren Nahverkehrszugserien in Deutschland getestet. Die Partner sehen den Test als einen Schritt hin zu einer umfassenderen Digitalisierung des Depotbetriebs, mit dem Potenzial, das Fernfahren in Zukunft in die regulären Wartungs- und Abstellprozesse zu integrieren.


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