Knorr-Bremse entwickelt zukunftsweisende Bremstechnologie, damit Züge häufiger und pünktlicher fahren können

Knorr-Bremse entwickelt zukunftsweisende Bremstechnologie, damit Züge häufiger und pünktlicher fahren können
@knorr-bremse.com
Die Nachrüstung von Zügen mit reproduzierbaren Bremswegsystemen (RBD) könnte dazu beitragen, dass in Zukunft teure neue Gleisbauprojekte vermieden werden.

Der Schienenverkehr rückt immer mehr in den Mittelpunkt der zukünftigen Mobilität. Eine neue Bremstechnologie von Knorr-Bremse, die durch das intelligente Zusammenspiel mehrerer Bremskomponenten funktioniert, soll dazu beitragen, den Schienenverkehr in Ballungsräumen verfügbarer und pünktlicher zu machen. Die RBD-Bremsarchitektur umfasst einen neuartigen Gleitschutz - eine Art ABS für Züge - sowie intelligente Sandungssysteme und ein Verzögerungsregelsystem. Eine Studie von Knorr-Bremse, Nextrail und Via-Con, die auf Betriebssimulationen im Hamburger S-Bahn-Netz basiert, hat das große Potenzial der Technologie aufgezeigt.

Das Hauptaugenmerk der Studie liegt auf der Simulation der Auswirkungen einer verbesserten Bremstechnologie auf den Zugbetrieb. Die Simulationen basierten auf einer Studie zur Einführung des Europäischen Zugsicherungssystems (ETCS) und ATO in Hamburg.

Die Simulation überwachte die Situation bei trockenen Gleisbedingungen und dann bei ungünstigen Bedingungen, wenn das Bremsgleis durch Herbstlaub und Regen beeinträchtigt ist. Die Simulationsergebnisse zeigten, dass RBD auf trockenen Schienen die Zugfolgezeiten weiter verkürzen und die Transportkapazität um weitere 10 Prozent erhöhen kann, wobei theoretisch 1,5 Züge mehr pro Stunde auf der gleichen Strecke verkehren könnten. In Kombination mit ETCS und ATO summiert sich das gesamte Verbesserungspotenzial auf rund 40 Prozent zusätzliche Kapazität im Vergleich zu den acht Streckenfahrplänen ohne ETCS, ATO oder RBD.

Simulationen haben gezeigt, dass die Betreiber bei ungünstigen Witterungsbedingungen die unkompensierten Verspätungen um mehr als die Hälfte reduzieren konnten. Züge, die mit RBD-Systemen ausgestattet sind, könnten daher bei ungünstigen Witterungsbedingungen fast so effizient fahren, als wären die Gleise trocken.

"Die Technologie ermöglicht ein präziseres Abbremsen der Züge, auch bei schlechtem Wetter. Das bedeutet, dass mit RBD ausgerüstete Züge in kürzeren Intervallen genauso sicher fahren könnten, während gleichzeitig Verspätungen reduziert und Fahrpläne reguliert werden - also die Pünktlichkeit erreicht wird, auf die sich Fahrgäste verlassen. Insgesamt stellt diese Technologie einen wichtigen Baustein in der Automatisierung des Zugbetriebs dar und bietet den Betreibern eine attraktive Alternative zum Bau neuer Gleise", kommentiert Matthäus Englbrecht, Vice President Global Brake Systems bei Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge, die Ergebnisse der Simulationen. In weiteren Studien soll nun untersucht werden, inwieweit unterschiedliche Ausstattungen von Zügen mit RBD die Kapazität sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr erhöhen.

Die Modernisierung der Züge mit RBD-Systemen soll den Betreibern helfen, die Netzkapazität zu erhöhen, ohne neue Strecken bauen zu müssen. Zugleich ist RBD ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum automatisierten Zugbetrieb. Es wird bereits in Hamburg erprobt und zunehmend von verschiedenen ATO-Systemen unterstützt, die den Triebfahrzeugführer unterstützen. Das kombinierte Abbremsregelsystem mit adaptivem Radschlupfschutz, das die RBD-Technologie darstellt, soll 2023 serienreif sein. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass RBD eine komplexe Entwicklung ist, so dass der Übergang zu RBD weiterhin eine enge Abstimmung zwischen Systemlieferanten wie Knorr-Bremse, Zugherstellern, Regulierungsbehörden und Bahnbetreibern erfordert.


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