Der Schienengüterverkehr in ganz Europa steht weiterhin unter starkem Druck, da die anhaltenden winterlichen Bedingungen die Häfen, die Eisenbahninfrastruktur und den Terminalbetrieb beeinträchtigen.
Häfen: Hamburg geschlossen, Einschränkungen in der gesamten Nordsee
Der Hamburger Hafen hat den Betrieb eingestellt, der Schienenverkehr ist stark eingeschränkt. Nach Angaben von in diesem Gebiet tätigen Betreibern hat sich der Umschlag an den Hafenterminals auf ein Minimum verlangsamt, was zu einer steigenden Zahl nicht ausgelieferter Züge führt. Weitere Schneefälle und eine geplante vollständige Sperrung im Elbtal von Freitag bis Sonntag dürften die Störung verlängern.
In Bremerhaven wurden mehr als 20 cm Schnee gemessen, während Wilhelmshaven bislang mit weniger Komplikationen zu kämpfen hat. Auch andere Häfen in Nordeuropa, darunter Rotterdam und Danzig, sind von starken Schneefällen und eisigen Temperaturen betroffen, wodurch der Bahn- und Terminalbetrieb wiederholt unterbrochen wurde.
Nord: Kapazitätsengpässe und Terminalstilllegungen
Bahnverkehrsdienste von und nach Hamburg werden von der Hamburg Port Authority (HPA) nur nach Genehmigung und in sehr begrenzter Anzahl akzeptiert. METRANS berichtet, dass es aufgrund der langsamen Terminalabfertigung nicht mehr in der Lage ist, die täglichen Fahrpläne einzuhalten, und die weiteren Verladungen in Richtung Hamburg erheblich reduziert hat.
In den Benelux-Ländern beeinträchtigt das schlechte Wetter sowohl die Infrastruktur als auch den Zugang zu den Terminals. ProRail erlässt kontinuierlich Betriebsbeschränkungen für das gesamte niederländische Schienennetz. Die Terminals in Rotterdam und Antwerpen stellen den Betrieb mehrmals täglich ein, während RSC Rotterdam ebenfalls nicht mit der Bahn erreichbar war. Auch das Terminal DIT Duisburg in Deutschland meldet wetterbedingte Betriebsprobleme. Sowohl bei Zügen als auch bei Sendungen kommt es zu erheblichen Verspätungen .
Süden: Ungarn, Slowenien und betroffene Grenzabschnitte
Auch weiter südlich hat der Schneefall den Schienengüterverkehr beeinträchtigt. Der Zugverkehr in Slowenien und Ungarn sowie an den Grenzübergängen zwischen Kroatien und Ungarn sowie Serbien und Ungarn kommt nur verzögert voran.
In Ungarn hob derInfrastrukturbetreiber MÁV am 8. Januar 2026 um 08:00 Uhr die landesweite Aussetzung des Güterzugverkehrs auf. Trotz der Wiederaufnahme melden Betreiber wie METRANS weiterhin Verspätungen von etwa 24 bis 30 Stunden. Aus betrieblichen Gründen wurden am Vortag vier METRANS-Zugpaare in Richtung Koper gestrichen.
Germany: Deutsche Bahn limits operations
In Nord- und Nordostdeutschland hat die Deutsche Bahn (DB) Vorsichtsmaßnahmen eingeführt, die sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr betreffen. Der Fernverkehr wurde reduziert, und auf ausgewählten Hochgeschwindigkeitskorridoren, darunter Berlin–Wolfsburg, Hannover–Würzburg und Köln–Rhein/Main, wurden vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzungen von 200 km/h verhängt.
Die DB bestätigt, dass Schneeverwehungen, Vereisungen an Oberleitungen und blockierte Weichen zu Betriebsengpässen führen. Trotz winterlicher Vorsorgemaßnahmen wie Weichenheizungen, Schneepflügen und Standby-Schwerlokomotiven überschreiten die extremen Wetterbedingungen in Teilen des Netzes die technischen Grenzen.
Niederlande: Winterfahrpläne und Störungen im Güterverkehr
In den Niederlanden fährt die Nederlandse Spoorwegen (NS) nach einem Winterfahrplan mit reduzierten Frequenzen auf großen Teilen des Netzes. Güterverkehrsunternehmen melden erhebliche Störungen, während die Eurocity-Direct-Verbindungen ausgesetzt sind. Regionale Personenverkehrsunternehmen wie Arriva, Keolis und Qbuzz fahren auf mehreren Strecken nach geänderten Fahrplänen.
Der Infrastrukturbetreiber ProRail hat zusätzliche Schnee- und Notfallteams eingesetzt, warnt jedoch davor, dass weitere Ausfälle und Verspätungen wahrscheinlich bleiben, insbesondere in den nördlichen Provinzen, für die erhöhte Wetterwarnungen gelten.
Ausblick für die nächsten Tage
Die Schienengüterverkehrsunternehmen geben an, dass die allgemeine Betriebssituation weiterhin Auswirkungen auf die Binnenterminals und den grenzüberschreitenden Verkehr hat. Angesichts der Vorhersage weiterer Schneefälle und der weiterhin bestehenden Infrastrukturbeschränkungen ist davon auszugehen, dass die Störungen im Schienengüterverkehrsnetz Nordeuropas weiter anhalten werden, wobei die Erholung von den Wetterbedingungen in den kommenden Tagen abhängt.