SCI: Die Digitalisierung im Schienenverkehr geht über die Pilotphase hinaus

SCI: Die Digitalisierung im Schienenverkehr geht über die Pilotphase hinaus
© SCI Verkehr
Die Digitalisierung im Schienenverkehr entwickelt sich von vereinzelten Pilotprojekten hin zu einer breiteren Einführung, wobei SCI Verkehr auf ein wachsendes Marktpotenzial und einen steigenden Investitionsdruck hinweist.

Die Digitalisierung des Schienenverkehrs tritt nun in eine wirtschaftlich bedeutendere Phase ein. SCI Verkehr ist der Ansicht , dass sich die Branche von vereinzelten Pilotprojekten hin zu Lösungen entwickelt, die messbare Verbesserungen bei Kapazität, Effizienz und Instandhaltung bewirken können.

In ihrer neuen Studie „Digitale Lösungen im Eisenbahnsektor 2026: Marktpotenzial und Ausblick“ geht SCI Verkehr davon aus, dass der weltweite Markt für digitale Lösungen im Eisenbahnsektor zwischen 2025 und 2035 jährlich um 6,9 % wachsen wird. Das Beratungsunternehmen weist zudem auf erhebliche regionale Unterschiede hin, wobei Teile Asiens bei der Einführung digitaler Eisenbahnprodukte bereits vor Europa liegen.

Eine der auffälligsten Zahlen der Studie ist der derzeit relativ geringe Verbreitungsgrad von ETCS in Europa: Laut der mit der Veröffentlichung veröffentlichten Grafik sind derzeit nur 9 % der Eisenbahnstrecken in Europa mit ETCS ausgestattet.

SCI Verkehr unterteilt den aktuellen Markt in drei Haupttechnologiebereiche: Steuerungslösungen auf Systemebene wie ETCS, digitale Zugsteuerung, ATO und FRMCS; Daten- und Analysewerkzeuge einschließlich KI, Analytik, digitale Zwillinge und Echtzeitdaten; sowie Anwendungen für Anlagen und Betrieb wie vorausschauende Instandhaltung, Ferndiagnose und automatisierte Inspektion.

Das Unternehmen zieht drei wesentliche Schlussfolgerungen. Erstens werden digitale Lösungen zunehmend als Möglichkeit angesehen, Kapazitäten zu erschließen, ohne sich ausschließlich auf neue Infrastruktur zu verlassen. Zweitens befinden sich viele Eisenbahnmärkte noch in einem frühen Stadium und werden durch fragmentierte Systeme, lange Investitionszyklen und komplexe regulatorische Rahmenbedingungen gebremst. Drittens verlagert sich der Markt weg von eigenständigen Tools hin zu integrierten, plattformbasierten Lösungen, die Planung, Betrieb und Instandhaltung miteinander verbinden.

Für den Eisenbahnsektor ist die Botschaft klar: Die Digitalisierung ist kein Nebenthema mehr, sondern spielt eine immer zentralere Rolle dabei, wie Betreiber und Infrastrukturbetreiber in den kommenden Jahren mit steigender Nachfrage, alternden Anlagen und zunehmendem Kostendruck umgehen werden.


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