Der Rückgang ist auf einen Rückgang des Kohletransports zurückzuführen, der vor allem durch Veränderungen im deutschen Energiesektor bedingt ist. Die Verlagerung wirkte sich auf die Zahl der grenzüberschreitenden Kohlezüge aus, wobei die Zahl der täglichen beladenen Kohlezüge von 10-15 vor einigen Jahren auf etwa fünf pro Tag im Jahr 2024 sank, berichtet der niederländische Eisenbahninfrastrukturbetreiber ProRail.
Auswirkungen der deutschen Energiepolitik auf den Kohletransport
Die Entscheidung Deutschlands, aus der Kohleverstromung auszusteigen, hat sich direkt auf den Kohleverkehr über die Niederlande ausgewirkt. Die Schließung eines Kohlekraftwerks in Süddeutschland, das zuvor über niederländische Häfen beliefert wurde, trug zu dem Rückgang bei. Außerdem spielte die Konkurrenz durch deutsche Häfen eine Rolle, da einige Kohletransporte auf alternative Routen verlagert wurden.
Die Menge der in den Niederlanden auf der Schiene beförderten Kohle ging von fast acht Millionen Tonnen im Jahr 2023 auf etwa fünf Millionen Tonnen im Jahr 2024 zurück, was einem Rückgang von 37 % entspricht. Dieser Rückgang folgt einem allgemeineren Trend des rückläufigen Kohletransports, der im Jahr 2022 aufgrund von Störungen auf dem Energiemarkt vorübergehend angestiegen war, bevor er sich wieder abwärts bewegte.
Containerverkehr bleibt stabil
Der intermodale Verkehr, einschließlich Containern und Anhängern, machte mehr als die Hälfte des gesamten Schienengüterverkehrsaufkommens in den Niederlanden aus und blieb bis 2024 stabil. Allerdings wurden einige Kurzstrecken- und Niedrigfrequenzverbindungen eingestellt. Auch auf dem Markt gab es Veränderungen: Neue Strecken wurden eingeführt, während andere eingestellt wurden.
Trotz der Stabilität des Containertransports insgesamt wurden als Reaktion auf die veränderte Nachfrage Anpassungen vorgenommen. Einige Strecken wurden aus Kostengründen und wegen des Wettbewerbs mit anderen Verkehrsträgern aufgegeben.
Deutschland bleibt wichtigstes Ziel
Deutschland ist trotz des Rückgangs der Kohletransporte weiterhin das Hauptziel für den Schienengüterverkehr aus den Niederlanden. Im Jahr 2024 überquerten mehr als 43.000 Güterzüge die Grenze zwischen den beiden Ländern, was einem Rückgang von 7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mehr als die Hälfte dieser Züge (23.000) waren Containerzüge. Die Betuweroute blieb der wichtigste Korridor für den grenzüberschreitenden Verkehr, obwohl Infrastrukturarbeiten auf deutscher Seite, insbesondere der Bau des dritten Gleises zwischen Zevenaar und Oberhausen, die Kapazität Ende 2024 beeinträchtigten.
Während der Kohletransport zurückging, stieg das Frachtaufkommen nach Nordosteuropa um über 10 %. Polen und die Tschechische Republik zählten zu den fünf wichtigsten Zielländern.