DB Cargo France hat einen Informationsleitfaden herausgegeben, der zeigt, wie Unternehmen den Schienengüterverkehr in ihre Logistikkette integrieren können.
Verkehrsplanung: Vom Volumen zum Korridor
Der Prozess zur Einleitung von Güterströmen auf der Schiene beginnt mit einer detaillierten Bewertung der Transportanforderungen, einschließlich der Start-Ziel-Paare, des Volumens (Tonnen oder Liter), der Art der Containerisierung, der gewünschten Transitzeiten und der Verfügbarkeit von Waggons. DB Cargo France bietet sowohl Ganzzug- als auch intermodale Optionen an, je nach der Fähigkeit des Kunden, Sendungen zu konsolidieren.
Den Kunden wird empfohlen, drei bis sechs Monate im Voraus zu planen. Für regelmäßige Verkehrsströme kann die Planung die Beantragung von Fahrplantrassen ("Sillons") bis zu einem Jahr vor Betriebsbeginn umfassen. Das Unternehmen bietet bis zu fünf Umläufe pro Woche mit durchschnittlich 20 bis 22 Wagen pro Zug an, die ein jährliches Volumen von 45.000 bis 500.000 Tonnen auf seinen drei Hauptkorridoren (Nord, Atlantik, Mittelmeer) abdecken.
Die Trassen werden bei SNCF Réseau beantragt und auf den nationalen Jahresfahrplan abgestimmt. Das Verfahren umfasst einen bis zu dreimonatigen Abstimmungsprozess, bei dem die technische Kompatibilität, die Kapazitäten und die Verfügbarkeit der Infrastruktur geprüft werden. Das 15-köpfige Planungsteam von DB Cargo France führt diese Verhandlungen direkt mit dem Infrastrukturbetreiber.
Fuhrpark und Wartung: Nationaler und grenzüberschreitender Geltungsbereich
Das Unternehmen betreibt eine gemischte Traktionsflotte:
- 65 Alstom TRAXX MS-Lokomotiven
- 8 Alstom BB27000-Lokomotiven
- 52 Lokomotiven der Baureihe 66
- 15 Vossloh G1000-Lokomotiven
80 % der Züge werden elektrisch angetrieben, unterstützt von Instandhaltungsmaßnahmen, die sowohl die eigenen Lokomotiven als auch die Wagen der Kunden von DB Cargo France betreffen. Die Instandhaltungsteams sind rund um die Uhr in Bereitschaft, um bei Sandkästen, Stromabnehmerproblemen oder Oberleitungsanomalien, insbesondere bei extremen Wetterbedingungen, einzugreifen.
Die Flotte ist für die Beförderung von Containern, Wechselbehältern und Sattelaufliegern mit P400-Profil konfiguriert und gewährleistet die Integration in multimodale Verkehrsströme über Häfen und Terminals in ganz Europa.
Betriebliche Merkmale und Verzögerungsmanagement
Die betriebliche Pünktlichkeit wird durch die Priorisierung der Personenzüge beeinflusst. Ein Güterzug gilt als "pünktlich", wenn er innerhalb von 60 Minuten nach Plan eintrifft. Für den intermodalen Verkehr gelten jedoch aufgrund der Lieferfristen auf der Straße auf der letzten Meile strengere Anforderungen.
Volumenschwellenwerte definieren Dienstarten:
- Über 500 Tonnen/Woche: Kunden können auf die gesamte Zugkapazität zugreifen
- Unter 500 Tonnen/Woche: Der Transport erfolgt über intermodale Einheiten bis zu 30 Tonnen pro Einheit
Der Verkehr wird in Echtzeit verfolgt, und die Kunden erhalten fortlaufende Service-Updates, Neuplanungsoptionen und engagierten Support.
Verfügbare staatliche Beihilfen und Investitionsanreize
Um die Verkehrsverlagerung zu fördern, unterstützt die französische Regierung den Schienengüterverkehr durch Subventionen:
- Bis zu 50 % der Investitionskosten für neue oder modernisierte Bahnstrecken (ITE)
- Energieeinsparungszertifikate (CEE) für den Erwerb oder das Leasing neuer intermodaler Wagen und Ausrüstungen
- TRA-SE-116: Unterstützung bei der Verlagerung von Fracht von der Straße auf die Schiene im Rahmen eines sechsmonatigen Frachtvertrags
- TRA-EQ-101 & TRA-EQ-108: gezielte Zuschüsse für Logistikunternehmen und Eisenbahngesellschaften, die intermodale Transporteinheiten oder neue Waggons beschaffen
- REMOVE: soll Anreize zur Verkehrsverlagerung für Verlader schaffen
Diese Regelungen zielen darauf ab, die Kostenbarrieren für den Markteintritt zu verringern und langfristige Ziele für den Übergang zum Verkehrsträger zu unterstützen, die mit den nationalen Dekarbonisierungsmaßnahmen in Einklang stehen.
Kapazität und Netzintegration
Frankreich verfügt über ein 27.597 km langes Schienennetz, das nach Deutschland das zweitwichtigste in Europa ist. DB Cargo France nutzt diese Infrastruktur für die Anbindung an alle Nachbarländer und bedient über sein internationales Netzwerk wichtige logistische Knotenpunkte in Europa.
Nach den Betriebszahlen des Unternehmens für 2024:
- 900 Mitarbeiter, darunter 400 Fahrer
- 23 Filialen und 3 Betriebszentren
- 7,94 Millionen Tonnen beförderte Fracht
- 9,17 Millionen gefahrene Kilometer
Mit regelmäßigem Zugang zu den Terminals und einem engagierten Kundenservice bietet das Unternehmen Full-Service-Lösungen für Kunden, die ihre Logistikketten mit einer Bahnkomponente umstrukturieren möchten.