ČD Cargo hat Radim Ječný mit Wirkung zum 1. Februar 2026 zum Vorsitzenden seines Verwaltungsrats ernannt. Die Entscheidung wurde vom Vorstand der České dráhy getroffen, der als Hauptversammlung ihrer Frachttochtergesellschaft fungiert.
Die Ernennung folgt auf eine Führungslücke bei ČD Cargo, wo seit November nach dem Rücktritt von Tomáš Tóth aus persönlichen Gründen kein Vorstandsvorsitzender mehr vorhanden war.
Ječný übernimmt das Amt in einer Zeit, in der der europäische Schienengüterverkehr weiterhin unter Druck steht. Sinkende Transportvolumina, steigende Betriebskosten und starke Konkurrenz durch den Straßengüterverkehr haben die Leistung des Schienengüterverkehrs in mehreren Märkten, darunter auch in Mitteleuropa, beeinträchtigt.
„Der Güterverkehr in Europa durchläuft derzeit eine schwierige Phase, geprägt von rückläufigen Transportvolumina, steigenden Kosten und starker Konkurrenz durch den Straßenverkehr“, erklärte Michal Krapinec, Vorstandsvorsitzender und CEO von České dráhy. Er fügte hinzu, dass die Aufgabe des neuen Vorstandsvorsitzenden darin bestehen werde, ČD Cargo zu stabilisieren, die Modernisierung des Unternehmens fortzusetzen und es an die aktuellen Markttrends anzupassen.
ČD Cargo ist der größte Schienengüterverkehrsbetreiber in der Tschechischen Republik und eine wichtige Tochtergesellschaft der staatlichen České dráhy. Das Unternehmen befördert eine breite Palette von Gütern im In- und Auslandsverkehr und positioniert sich als wichtiger Akteur in der europäischen Schienenlogistik.
Radim Ječný wurde 1976 geboren und hat einen Abschluss der Wirtschaftsuniversität Prag. Er hat seine Karriere in den Bereichen Schienengüterverkehr, Logistik, Spedition und intermodaler Verkehr aufgebaut und war in leitenden Positionen in mehreren Unternehmen dieser Branche tätig. Seit 2010 leitet er SBS Cargo Praha und ist außerdem Autor von Fachpublikationen zum Thema Schienenverkehr.
Der neue Vorsitzende soll sich darauf konzentrieren, den Betrieb des Unternehmens zu stabilisieren und gleichzeitig dessen Umstrukturierung fortzusetzen, während die Marktbedingungen für Schienengüterverkehrsunternehmen in ganz Europa schwierig sind.