InfraLeuna hat am Chemiestandort Leuna eine zentrale Schienenheizstation in Betrieb genommen und damit eine spezielle Anlage zur Wiedererwärmung von in Kesselwagen angeliefertem Schwefel vor der Entladung geschaffen. Die Anlage ist eine Reaktion auf längere Lieferketten, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Schwefel mit einer Temperatur ankommt, die unter der für das Pumpen und die Entladung erforderlichen Temperatur liegt.
Der Terminal ist für die Abfertigung ganzer Züge ausgelegt und verfügt über zwei Gleise mit jeweils acht Abstellplätzen. Dadurch können bis zu 16 Kesselwagen parallel abgefertigt werden. Die Beheizung erfolgt mit Dampf, wobei die angegebene maximale Produkttemperatur bei 150 °C liegt. Die Anlage umfasst eine integrierte Dampfdruckreduzierstation, die eine präzisere Prozesssteuerung ermöglicht, einschließlich definierter Heizzyklen unterhalb der Höchsttemperatur von 150 °C.
Der Betrieb ist als durchgängiger Schienenverkehr konzipiert. Die Waggons werden am Bahnhof Großkorbetha übernommen und zum Heizterminal rangiert. Die Arbeiten vor Ort umfassen das Anschließen und Trennen der Dampfleitungen an die Heizregister der Waggons, die Regulierung der Dampfzufuhr sowie die kontinuierliche Überwachung während des Heizzyklus. Das angegebene Zeitfenster beträgt bis zu 48 Stunden, um die Beheizung einer Waggoncharge abzuschließen.
Aus netzwerktechnischer Sicht verfügt InfraLeuna über den Status eines zugelassenen Eisenbahnverkehrsunternehmens, wodurch es auf dem DB-Netz für Zu- und Abtransporte verkehren darf.
Die logistische Lage von Leuna verbindet die Anbindung an das deutsche Schienennetz und an westeuropäische Märkte mit direktem Zugang zum Autobahnknotenpunkt A9/A14/A38. Die Standortunterlagen zum Projekt verweisen auf typische Lieferzeiten von etwa 48 Stunden, abhängig vom Bestimmungsort und dem Betriebsplan.
Die Anlage wurde als modulare Plattform konzipiert. Während die ursprüngliche Konfiguration auf Schwefel ausgerichtet ist, ist die Anlage so ausgelegt, dass sie auch andere Grundstoffe aufnehmen kann, die vor dem Entladen durch Wärmezufuhr wieder pumpfähig gemacht werden müssen. Technisch wurden zudem Vorkehrungen für mögliche zusätzliche Beheizungsstellen für Straßenfahrzeuge getroffen, wobei eine künftige Anpassung auch Tanklastwagen und ISO-Container abdecken soll.