Die Hupac-Gruppe schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gewinn von 3,5 Millionen CHF (ca. 3,8 Millionen €) ab, obwohl sie weiterhin unter dem Druck von Bauarbeiten und Zuverlässigkeitsproblemen im europäischen Schienennetz stand.
Der Schweizer Intermodalbetreiber meldete einen Umsatz von 646 Millionen CHF (ca. 699 Millionen Euro), was einem Anstieg von 3,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn lag unter den Vorjahreswerten von 9,4 Millionen CHF (ca. 10,2 Millionen Euro), doch laut Hupac trugen Maßnahmen zur Sicherung der Ertragslage dazu bei, das Konzernergebnis in einem schwierigen Marktumfeld positiv zu halten.
Insgesamt beförderte das Unternehmen rund 975.000 Straßentransporte, was 1,85 Millionen TEU entspricht, im kombinierten Straßen-Schienen- und maritimen Hinterlandverkehr. Das Kerngeschäft des alpenquerenden Verkehrs durch die Schweiz wuchs um 4,5 % auf rund 560.000 Transporte, was zum Teil auf den auf dem Korridor Belgien–Italien gewonnenen Verkehr zurückzuführen ist.
Ein zentrales Thema bleibt die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur. Laut Hupac beeinträchtigten umfangreiche Bauarbeiten, einschließlich vorübergehender vollständiger Sperrungen, weiterhin die Zuverlässigkeit des Schienengüterverkehrs. Dies gilt insbesondere für Nord-Süd-Korridore, wo der kombinierte Verkehr auf vorhersehbare Kapazitäten und stabile Fahrpläne angewiesen ist.
Als Reaktion darauf treibt Hupac sein Konzept „RadicalShift2Rail“ voran, bei dem die Verkehrsströme auf weniger leistungsstarke Terminals konzentriert und diese mit hochfrequenten Shuttle-Zügen bedient werden. Die ersten Verbindungen wurden zwischen Köln Nord–Busto Arsizio und Ludwigshafen–Busto Arsizio aufgenommen, wobei jeweils 25 bis 30 Zugpaare pro Woche verkehren.
Das Unternehmen teilte mit, dass erste Ergebnisse auf eine verbesserte Pünktlichkeit, Ausfallsicherheit und Anlagenproduktivität hindeuten. Mit dem Fahrplanwechsel 2026 sind weitere hochfrequente Verbindungen geplant.
Auch Hupac stellt sich auf die Einstellung der „Rolling Highway“-Verbindung Ende 2025 ein. Neue und ausgebaute Verbindungen, darunter die Strecke Duisburg–Novara und eine erweiterte Verbindung Basel–Busto Arsizio, sollen einen Teil dieses Verkehrs durch den unbegleiteten kombinierten Verkehr auf der Schiene halten.
Mit Blick auf die Zukunft rechnet Hupac damit, dass das Marktumfeld in den Jahren 2026 und 2027 schwierig bleiben wird, was vor allem auf die anhaltenden Bauarbeiten auf wichtigen Verkehrskorridoren zurückzuführen ist. Ab 2029 wird mit günstigeren Wachstumsaussichten gerechnet, sobald die großen Bauarbeiten am Rhein-Alpen-Korridor und in Norditalien abgeschlossen sind.
Das Unternehmen bereitet sich auf diese Phase durch Investitionen in Terminals vor, darunter das 2025 eröffnete Terminal in Piacenza und das für 2027 geplante Terminal Milano Smistamento. Zudem expandiert es nach Westen und nimmt Anfang 2026 das Terminal Barcelona Combiconnect in Betrieb, um die Iberische Halbinsel enger an das europäische intermodale Netz anzubinden.