HUNGRAIL meldet einen Rückgang des ungarischen Schienengüterverkehrsaufkommens um 11 %

HUNGRAIL meldet einen Rückgang des ungarischen Schienengüterverkehrsaufkommens um 11 %
© CER Cargo
Der Branchenverband erklärte, der Rückgang schließe sich den Rückgängen der vergangenen Jahre an und spiegele sowohl eine schwächere Nachfrage als auch einen zunehmenden Kostendruck auf die Betreiber wider.

Die Leistung im Schienengüterverkehr in Ungarn ging im Jahr 2025, gemessen in Gütertonnenkilometern, laut dem aktuellen Schienengüterverkehrskostenindex von HUNGRAIL um 11 % zurück.

HUNGRAIL berichtete, dass die spezifischen Kosten im Schienengüterverkehr im Jahr 2025 trotz Kostensenkungsmaßnahmen, organisatorischer Umstrukturierungen und Personalabbau in der gesamten Branche im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 % gestiegen sind. Allein im vierten Quartal lagen die Kosten pro Bruttotonnenkilometer um 5 % höher als im Vorjahr.

Der Verband führte den Anstieg vor allem auf höhere Energiepreise, steigende Trassengebühren, gestiegene Betriebs- und Rangierkosten sowie wachsende Personalkosten zurück. Nach Angaben von HUNGRAIL reichten Einsparungen bei den Unternehmensgemeinkosten nicht aus, um diese Kostensteigerungen auszugleichen.

Auch die Nachfragesituation hat sich im Laufe des Jahres abgeschwächt. Das Außenhandelsvolumen Ungarns ging zurück, während transportintensive Branchen wie das Baugewerbe und die Schwerindustrie Produktionsrückgänge verzeichneten, was zu einem Rückgang der Nachfrage nach Gütertransportdienstleistungen führte.

Während die Kosten stark anstiegen, stiegen die Frachtraten im Schienenverkehr im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um durchschnittlich nur 2 %. HUNGRAIL stellte fest, dass dies angesichts einer durchschnittlichen Inflationsrate im Dienstleistungssektor von 6,7 % einem realen Rückgang von 4,7 % entsprach. Im vierten Quartal sanken die Frachtraten nominal um 1,4 %.

© EWG Rail
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Dem Index zufolge hätten die Schienengüterverkehrsunternehmen im Jahr 2025 eine weitere Tariferhöhung um 9,8 % benötigt, um die steigenden Kosten vollständig auszugleichen. HUNGRAIL erklärte, der Wettbewerb durch den Straßenverkehr sowie die schwächere Nachfrage hätten die Möglichkeiten der Unternehmen eingeschränkt, höhere Kosten an die Kunden weiterzugeben.

Der Verband warnte, dass rückläufige Auftragszahlen und sinkende Rentabilität die Schienengüterverkehrsunternehmen und die gesamte Logistikbranche vor Herausforderungen stellen. Er forderte staatliche Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit des Schienengüterverkehrs.

HUNGRAIL hat mehrere politische Maßnahmen im Rahmen seines VÁGTA-Programms identifiziert, darunter die Wiedereinführung von Förderungen für den Einzelwagenverkehr, eine Überprüfung der Trassennutzungsgebühren, die Einführung von Subventionen für den kombinierten Verkehr sowie Anreize zur Reaktivierung von Industriegleisen und Schienenverbindungen für die letzte Meile. Nach Angaben des Verbandes sind derzeit weniger als die Hälfte der 944 Gleisanschlüsse in Ungarn in der Schienenlogistik aktiv.

Die Organisation forderte zudem die Ausweitung der regulierten Mechanismen zur Kraftstoffpreisbildung auf Bahnbetreiber, Senkungen der Netznutzungsentgelte sowie Änderungen bei der Kostendeckung im Zusammenhang mit Ungarns obligatorischer Förderregelung für erneuerbare Energien. HUNGRAIL schätzt, dass diese Abgaben die Kosten der Güterverkehrsunternehmen jährlich um 3 bis 5 Mrd. HUF (7,5 bis 12,5 Mio. EUR) erhöhen.

Mit Blick auf die Zukunft erklärte HUNGRAIL, dass steigende Energiepreise und globale Unsicherheiten in der Logistik die Branche im Jahr 2026 zusätzlich unter Druck setzen könnten, was sich weiter auf die Nachfrage und die Rentabilität auswirken würde.


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