Die 1997 eingeweihte LGV1 ist das Flaggschiff des belgischen Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes. Täglich fahren auf ihr rund hundert Züge mit 300 km/h und verbinden Belgien und Frankreich. Um die Leistungsfähigkeit dieser stark beanspruchten Infrastruktur und ganz allgemein die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs in Europa zu gewährleisten, hat Infrabel gerade ein großes Projekt zur Erneuerung der verschiedenen Komponenten gestartet. Die Arbeiten werden sich über zehn Jahre erstrecken.
Die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Brüssel und Frankreich, zwischen Halle und der Grenzstadt Esplechin, feiert dieses Jahr ihren 27. Geburtstag. Geburtstag. Täglich fahren auf ihr rund hundert TGVs mit 300 km/h. In den letzten Jahren hat Infrabel diese Arbeiten geplant, da die Strecke Anzeichen der Überalterung aufweist. Die LGV 1 soll bis 2035 saniert werden. Das Gesamtbudget für diese Arbeiten beträgt 310 Millionen Euro. Sie sind im mehrjährigen Investitionsplan von Infrabel enthalten, der von der föderalen Regierung im Dezember 2022 genehmigt wurde.
Die erste Phase, der Abschnitt Leuze-Brugelette, wurde diese Woche in Angriff genommen. Eines der beiden Gleise wird auf einer Strecke von 17,6 km mit dem "Swietelsky"-Zug komplett erneuert. Dabei handelt es sich um einen über 1 km langen und 4.000 Tonnen schweren österreichischen Werkszug, der für die Durchführung solcher Großprojekte quer durch Europa eingesetzt wird.
Im Zentrum dieses Zuges steht eine 200 Meter lange Erneuerungseinheit. Sie spreizt die Schienen, entfernt die Schwellen und saugt den Schotter zur Filterung auf. Der Zug nivelliert und verdichtet den Boden, um die neuen Schwellen und den erneuerten Schotter in einer einzigen kontinuierlichen Bewegung aufzunehmen. Anschließend werden die Schienen wieder eingebaut. Der Zug wird von 70 Technikern bedient und ist in der Lage, nicht weniger als 180 Meter Gleis pro Stunde zu erneuern. Er ist 12 Stunden pro Tag in Betrieb, während der Rest des Tages für die notwendigen Wartungsarbeiten genutzt wird.