Der Nahverkehrsverband Schleswig-Holstein(NAH.SH) und das Landesamt für Schienenfahrzeuge Schleswig-Holstein (ZUG.SH) haben mit einem neuen Geschäftsbesorgungsvertrag den Rahmen für ihre Zusammenarbeit geschaffen.
Im Rahmen der Vereinbarung wird ZUG.SH die Beschaffung, die Wartung und das Management einer Flotte von 42 elektrischen Zügen übernehmen. Diese Züge im Wert von rund 500 Millionen Euro sollen bis Ende 2027 auf wichtigen Strecken zwischen Hamburg und Kiel, Flensburg, Wrist und Itzehoe eingesetzt werden.
NAH.SH wird die ZUG.SH beratend und operativ unterstützen, wobei der Vertrag den Umfang und die Bedingungen dieser Zusammenarbeit festlegt.
Eines der Schlüsselelemente der Vereinbarung ist ein Leasingmodell, das auf den Wettbewerb im regionalen Bahnverkehr abzielt. ZUG.SH wird Eigentümer der Züge sein und sie an Betreiber vermieten, wodurch kleinere Eisenbahnunternehmen ohne eigenen Fuhrpark die Möglichkeit erhalten, an Ausschreibungen im Netz teilzunehmen. Mit diesem Modell sollen die Hürden für weniger kapitalintensive Betreiber gesenkt werden, was zu einer Diversifizierung des Pools von Dienstleistern führen könnte.
Die Gründung von ZUG.SH im Jahr 2024 war eine Reaktion auf die Herausforderungen bei der Sicherung der privaten Finanzierung für den Erwerb der Züge. Durch die Strukturierung der Käufe unter einer landeseigenen Gesellschaft erwartet Schleswig-Holstein in den nächsten 30 Jahren Kosteneinsparungen von 70 bis 110 Millionen Euro im Vergleich zu privaten Finanzierungsmöglichkeiten.
Mit der Vereinbarung soll die Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen gestrafft werden, um einen effizienten Prozess für das Management der neuen Flotte zu gewährleisten und das Schienennetz in die Lage zu versetzen, künftige Betreiberwechsel besser zu bewältigen. Die Partnerschaft spiegelt einen strukturierten Ansatz wider, um den regionalen Verkehrsbedürfnissen gerecht zu werden und gleichzeitig ein integrativeres Betriebsumfeld für Eisenbahndienstleister zu schaffen.