Die erste Einheit des neuen, von CAF entwickelten Fernverkehrszuges "Oxygène" wurde im Wartungszentrum Villeneuve vorgestellt. Die Produktion läuft im CAF-Werk Reichshoffen in Ostfrankreich.
Einsatzplan und Investitionsstruktur
Die Oxygène-Flotte soll ab 2027 schrittweise eingeführt werden. Im Rahmen von zwei separaten Verträgen wurden insgesamt 50 Züge bestellt: 28 Züge für die Strecken Paris-Clermont-Ferrand und Paris-Limoges-Toulouse und 22 Züge für die Strecke Bordeaux-Marseille. Die Gesamtinvestitionen in das rollende Material belaufen sich auf 1,47 Mrd. EUR und werden vom französischen Staat finanziert. Darin enthalten sind:
- 715 Mio. EUR für die 28 Züge auf den Hauptachsen
- 650 Mio. EUR für die 22 Züge auf dem Südkorridor und die zugehörigen Wartungseinrichtungen
- 100 Mio. EUR für zusätzliche Instandhaltungsanlagen in der Île-de-France und in den Regionen Clermont-Ferrand und Brive-La-Gaillarde
CAF wird die Fahrzeuge schrittweise bis 2028 und 2029 ausliefern. Jeder Zug wird über 420 Sitzplätze verfügen (317 in der zweiten und 103 in der ersten Klasse), wobei in Doppeltraktionen bis zu 840 Fahrgäste Platz finden können.
Parallele Modernisierung der Infrastruktur
Die Einführung der Oxygène-Züge geht mit einer umfangreichen Erneuerung der Infrastruktur auf den betroffenen Strecken einher. SNCF Réseau und der Staat investieren gemeinsam etwa 2,36 Milliarden Euro in die Modernisierung der Strecken. Dies umfasst:
- 1,6 Mrd. EUR für die Strecke Paris-Limoges-Toulouse
- 760 Mio. EUR für den Korridor Paris-Clermont-Ferrand
Zusätzliche Modernisierungsarbeiten - 385 Mio. EUR für die Achse Paris-Limoges-Toulouse und 130 Mio. EUR für Paris-Clermont-Ferrand - zielen auf höhere Geschwindigkeiten und eine bessere Kompatibilität mit dem neuen Rollmaterial ab. Die Verstärkung der Traktionsinfrastruktur zwischen Melun und Moret erhöht das Budget um weitere 26 Mio. EUR.
Technische Merkmale und Zugänglichkeit
Die Oxygène-Züge verfügen über mehrere neue Bordsysteme und ein neues Design. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:
- Zugang für Rollstuhlfahrer sowohl in der ersten als auch in der zweiten Klasse
- Ergonomische Sitze, individuelle Leselampen, USB- und Steckdosen überall
- Anzeige von Fahrgastinformationen in Echtzeit und Videoüberwachung an Bord
- Ein eigener Raum für Fahrräder und ein Logistikbereich für das Catering
- On-Screen-Übertragung aus der Fahrerkabine
- Sitzplatzreservierungsanzeige an jedem Sitzplatz
Die Tests werden bis Mitte 2026 fortgesetzt. Zwei Einheiten werden in der zweiten Jahreshälfte 2025 mit den Tests für die Typenzulassung auf dem französischen Schienennetz beginnen. Die Erprobung umfasst Zulassungsfahrten und Betriebssimulationen auf den Strecken Paris-Clermont-Ferrand und Paris-Limoges-Toulouse. Die Zulassung für den kommerziellen Betrieb wird für Ende 2026 erwartet, die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2027 geplant.