Die Deutsche Bahn und Eurostar werden gemeinsam an den technischen und betrieblichen Voraussetzungen für eine künftige direkte Bahnverbindung zwischen London und Deutschland arbeiten. Die Zusammenarbeit basiert auf einer kürzlich unterzeichneten Absichtserklärung und umfasst die Fahrplangestaltung, Terminaleinrichtungen und Lösungen für die grenzüberschreitende Sicherheit und Grenzkontrolle.
Eurostar plant, für die Strecke seine Celestia-Doppelstockflotte der nächsten Generation einzusetzen, während die DB Zugang zu ihrem nationalen Fernverkehrsnetz bieten wird. Beide Betreiber betonen, dass eine erfolgreiche Umsetzung koordinierte Rahmenbedingungen in den Bereichen Regulierung, Infrastruktur und Grenzen erfordert.
DB-Vorstandsmitglied Michael Peterson bezeichnete das Potenzial als beträchtlich, wies aber darauf hin, dass der grenzüberschreitende Fernverkehr nach wie vor komplex und oft nur durch Partnerschaften machbar sei. Gwendoline Cazenave, CEO von Eurostar, merkte an, dass die Zusammenarbeit eine nahtlosere und nachhaltigere Alternative zu Flugreisen zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland schaffen könnte.
Die Initiative genießt in beiden Hauptstädten politische Unterstützung. Das Vereinigte Königreich und Deutschland haben im Anschluss an das im Juli unterzeichnete bilaterale Kooperationsabkommen eine gemeinsame Taskforce eingerichtet, die sich mit den Anforderungen an Zoll, Einreiseverfahren und Bahnhofsinfrastruktur befassen soll.
Die erste Planung sieht die Aufnahme des Dienstes Anfang der 2030er Jahre vor, vorbehaltlich technischer Genehmigungen, Grenzeinrichtungen und betrieblicher Anpassungen. Vorgeschlagen wird unter anderem die Strecke London-Köln-Frankfurt, die eine Anbindung der Stadtzentren auf Hochgeschwindigkeitsstrecken bietet und die Abhängigkeit vom Luftverkehr auf einem wichtigen europäischen Korridor verringert.