Stadler wird erstmals Züge für die irische Insel bauen, nachdem Iarnród Éireann (IÉ) und Translink NI Railways (NIR) acht FLIRT-Intercity-Züge für die „Enterprise“-Strecke zwischen Dublin und Belfast bestellt haben.
Die neue Flotte soll ab 2030 auf der rund 180 Kilometer langen grenzüberschreitenden Strecke zwischen der irischen Hauptstadt und der Hauptstadt Nordirlands zum Einsatz kommen. Die derzeit auf dieser Strecke eingesetzten Fahrzeuge werden in den kommenden Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreichen.
Der Vertrag umfasst nicht nur den Bau der Züge, sondern auch einen 15-jährigen Wartungsvertrag. Stadler wird technischen Support, Ersatzteile, Ingenieurdienstleistungen, die Überwachung der Wartungsarbeiten sowie die Schulung des Personals bereitstellen.
Die neuen Züge sollen die Fahrzeit zwischen Dublin und Belfast auf unter zwei Stunden verkürzen. Außerdem ermöglichen sie es den Betreibern, täglich eine zusätzliche Verbindung in jede Richtung anzubieten, sodass der Fahrplan insgesamt 16 Züge pro Tag in beide Richtungen umfasst.
Das technische Konzept ist auf die gemischte Infrastruktur entlang der Strecke ausgelegt. Die Züge werden im Raum Belfast mit Batteriestrom fahren, auf dem nicht elektrifizierten grenzüberschreitenden Abschnitt bis nach Drogheda mit Dieselantrieb und von Drogheda nach Dublin unter Oberleitungen mit elektrischem Antrieb.
Sie werden zudem auf die geplante künftige Elektrifizierung der Enterprise-Strecke vorbereitet. Sobald die Strecke elektrifiziert ist, können die Züge zwischen Dublin und Drogheda mit 1.500 V Gleichstrom und zwischen Drogheda und Belfast mit 25 kV Wechselstrom betrieben werden, wobei für verbleibende nicht elektrifizierte Abschnitte Batterien zur Verfügung stehen.
Die Gesamtinvestition in die neue Flotte und die dazugehörige Infrastruktur beläuft sich auf 548 Millionen Pfund / 698 Millionen Euro. Sie wird gemeinsam vom Ministerium für Infrastruktur der nordirischen Regierung und dem irischen Verkehrsministerium finanziert, wobei 165 Millionen Euro aus dem PEACEPLUS-Programm bereitgestellt werden.
Für Stadler bedeutet dieser Auftrag eine Ausweitung seiner Präsenz auf dem britischen und irischen Markt, wo das Unternehmen bereits Flotten in England, Wales und Schottland betreut. Die neuen Enterprise-Züge ergänzen das regionale Portfolio, das derzeit 275 Züge umfasst, die von 432 Mitarbeitern in Großbritannien betreut werden.