Adif baut in Irun einen Güterumschlagplatz für kommerzielle Simulationstests

Adif baut in Irun einen Güterumschlagplatz für kommerzielle Simulationstests
© Adif
Der spanische Infrastrukturbetreiber hat ein Projekt zur Installation eines Spurwechslers für den Güterverkehr im Bahnhof Irun initiiert.

Bei der Installation wird die VAFM-Technologie (Variable Gauge Freight Axis) eingesetzt, eine Lösung, die in den letzten zehn Jahren im Rahmen der laufenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Adifentwickelt wurde.

Der Bauauftrag im Wert von 2,28 Millionen Euro umfasst den Spurwechsel selbst, die Gleismontage, den Umbau der Oberleitung, die Verbesserung des Entwässerungsnetzes, den Austausch von Schwellen und Schienen sowie die mechanische Anpassung der Oberleitung.

Das spanische Schienennetz hat derzeit eine größere Spurweite (1.668 mm) als die europäische Normalspur (1.435 mm). Während Personenzüge diesen Spurweitenunterschied bereits mit Hilfe etablierter Achswechselsysteme bewältigen, ist der Güterverkehr aufgrund der höheren Achslasten und der standardisierten Wagentypen weiterhin mit betrieblichen Komplikationen konfrontiert. Güterverkehrsunternehmen greifen beim Übergang zwischen verschiedenen Spurweiten in der Regel auf Achsentausch oder Lastverschiebungen zurück, was höhere Betriebskosten und längere Fahrzeiten verursacht.

Um dieses Problem zu lösen, hat Adif Technologien für den automatischen Spurwechsel im Güterverkehr entwickelt und getestet. Das VAFM-System umfasst speziell konstruierte bewegliche Achsen, die für die gängigen Raddurchmesser von Güterwagen (920 mm und 760 mm) ausgelegt sind. Diese Technologie soll es Güterwagen ermöglichen, nahtlos zwischen verschiedenen Spurweiten zu wechseln, ohne die Ladung zu entladen.

Der Spurwechsler in Irun wird als praktischer Standort für Simulationen im kommerziellen Maßstab dienen, um die Betriebsbereitschaft zu validieren. Zuvor wurden im Rahmen des Innovationsprojekts MERCAVE, das zum Teil über das spanische Programm für die öffentliche Auftragsvergabe von Innovationen finanziert wurde, umfangreiche Tests in einer speziellen Anlage in Córdoba durchgeführt. Dort wurden modulare Spurwechselplattformen evaluiert, und es laufen weitere Streckentests auf der konventionellen Strecke Córdoba-Málaga und der Hochgeschwindigkeitsstrecke Córdoba-Antequera-Granada.

Bis heute haben diese Achssysteme und Spurwechselmechanismen zusammen etwa 250.000 Testkilometer absolviert, weitere 2.000 Kilometer Betriebserprobung sind geplant. Ziel dieser umfangreichen Testphase ist es, die vollständige Übereinstimmung mit den europäischen Interoperabilitätsstandards (ETI) zu erreichen.

Diese Initiative wird teilweise durch das NextGeneration EU-Programm der Europäischen Union im Rahmen des spanischen Plans für Wiederaufbau, Umgestaltung und Resilienz finanziert.


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