Die SBB hebt die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Nähe des Gotthardtunnels auf

Die SBB hebt die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Nähe des Gotthardtunnels auf
© SBB
Die SBB hat nach der Entgleisung eines Güterzugs im Gotthard-Basistunnel im Jahr 2023 Entgleisungsmelder an den Zufahrten zum Tunnel in Betrieb genommen.

Die SBB hat an den Zufahrten zum Gotthard-Basistunnel neue gleisseitige Entgleisungsdetektoren in Betrieb genommen, nachdem im August 2023 ein Güterzug entgleist war und den Tunnel beschädigt hatte.

Die Detektoren wurden in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 2026 in Betrieb genommen und an rund zehn Stellen auf den Zufahrtsstrecken zum Tunnel installiert. Die SBB hat sie an einem besonders sensiblen Abschnitt vor den Portalkreuzungen angebracht, wo sowohl Personen- als auch Güterzüge mit hoher Geschwindigkeit verkehren.

Nach Angaben der SBB sind Entgleisungsdetektoren die einzige bewährte infrastrukturseitige Technologie zur Erkennung einer Entgleisung. Ihr Zweck besteht nicht darin, Entgleisungen zu verhindern, sondern die Folgen eines seltenen Vorfalls zu mindern, indem sie dazu beitragen, eine mögliche Kollision zwischen Zügen zu verhindern.

Laut der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle für Verkehrsunfälle wurde die Entgleisung im Gotthard-Basistunnel im Jahr 2023 durch einen Radbruch an einem Güterwagen verursacht. Die SBB erklärt, dass die Prävention in Zukunft vor allem davon abhängt, Radrisse früher zu erkennen und die Wartung der Güterwagen zu verbessern.

Das Unternehmen fordert zudem Änderungen der Haftungsregelungen im Schienengüterverkehr. Nach der derzeitigen Regelung haftet bei einem Unfall, der durch einen Wagenmangel verursacht wird, das Eisenbahnverkehrsunternehmen, das den Wagen befördert, und nicht der Wagenhalter. Die SBB argumentiert, dass dies den Wagenhaltern zu wenig Anreize biete, über die Mindestsicherheitsanforderungen hinaus zu investieren.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Detektoren hat die SBB die vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 160 km/h im Bereich der beiden Portalweichen an den Zufahrten zum Gotthard-Basistunnel aufgehoben. Die Begrenzung galt seit der Wiederinbetriebnahme des Tunnels im September 2024.

Die SBB teilte mit, dass die Geschwindigkeitsreduzierung zwar keine Auswirkungen auf die Anschlüsse im Tessin oder in der Deutschschweiz hatte, jedoch die Fahrplanreserven verringerte, die zur Auffangung von Verspätungen dienen.


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