Die Rail Traction Company hat nach der Betriebsgenehmigung in Italien mit Testfahrten der Lokomotive Euro9000 auf dem Brennerkorridor begonnen. Die Testfahrten starteten im Mai 2026 und werden in Zusammenarbeit mit European Loc Pool im Rahmen des praktischen Zulassungsverfahrens für die Lokomotive durchgeführt.
Im Mittelpunkt des Programms steht der Einsatz der sechsachsigen Mehrsystemlokomotive im schweren grenzüberschreitenden Güterverkehr zwischen Deutschland, Österreich und Italien. Die Testfahrten erstrecken sich auch auf die Strecke nach Domodossola zwischen der Schweiz und Italien, eine weitere wichtige Güterverkehrsverbindung durch die Alpen.
Der Euro9000 ist für Deutschland, Österreich, Italien und die Benelux-Länder zugelassen und ermöglicht den durchgehenden Betrieb auf mehreren wichtigen Nord-Süd-Korridoren.
Auf Abschnitten der Brenner-Strecke benötigten schwere Züge bislang Doppeltraktion. RTC prüft derzeit, ob vergleichbare Lasten mit einer einzigen Euro9000 befördert werden können, auch auf steilen Steigungen und im italienischen 3-kV-Gleichstromsystem, wo die Lok den Elektrobetrieb mit ihrem Dieselmodul kombinieren kann, um die verfügbare Zugkraft zu erhöhen.
RTC betreibt internationale Güterverkehrsdienste mit Schwerpunkt auf dem Brennerkorridor und führt Getreidezüge nach Italien aus Rumänien, Ungarn, Serbien, Kroatien und der Ukraine durch. Die Ergebnisse der Testphase werden darüber entscheiden, ob der Euro9000 in den regulären grenzüberschreitenden Betrieb integriert wird.