Güterbahn
Im Schienengüterverkehr zeigen die Marktdaten einen Rückgang sowohl der beförderten Nettotonnenkilometer als auch der Bruttotonnenkilometer (um 5,2 % bzw. 5,0 %). Auch die beförderten Nettotonnen gingen um 6,7 % zurück. Dies ist vor allem auf die schwierige Wirtschaftslage, den Rückgang der Industrieproduktion, hohe Energiepreise und Streckensperrungen aufgrund von Straßenarbeiten zurückzuführen. Den größten Marktanteil an den Nettotonnenkilometern nach Unternehmensgruppen hatte im Jahr 2023 der ÖBB-Konzern (Rail Cargo Austria) mit 57,6%, was einem Rückgang von 3,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die zweitgrößte Gruppe bildeten die Privatbahnen (z.B. Lokomotion, Ecco-Rail, CargoServ) mit einem Marktanteil von 25,8%.
"Der Güterverkehr hat unter der angespannten internationalen Wirtschaftslage gelitten, deshalb wollen wir unsere Anstrengungen auch in diesem Bereich verstärken", erklärt Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.
Unternehmen
Die Zahl der Eisenbahnunternehmen in Österreich beträgt Ende 2023 88, wobei im Vergleich zu 2022 die Güterverkehrsunternehmen BUDAMAR West (DE), Retrack (DE), Smart Rail Traction (DE), Train - log (DE) und Graf Railservice (AT) hinzugekommen sind. Darüber hinaus ist mit der Schiene Oberösterreich (AT) ein neuer Infrastrukturbetreiber hinzugekommen. Im Berichtsjahr waren insgesamt 66 Unternehmen für den Zugverkehr auf dem ÖBB-Netz zugelassen. Vier davon gehören zum ÖBB-Konzern, zehn weitere befinden sich aufgrund direkter oder indirekter Beteiligungen überwiegend in den Händen ausländischer Incumbents (marktbeherrschende Unternehmen). 41 Unternehmen befinden sich in privatem Besitz (mit 50 % oder mehr Anteilen), die restlichen elf sind mehrheitlich im Besitz öffentlicher Institutionen.
Passenger Rail
Der Anstieg der Passagierzahlen führte zu einem neuen Allzeithoch bei den Passagierkilometern. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Passagiere um mehr als 12 Prozent. Im Durchschnitt legte jeder Passagier 44,3 Kilometer zurück, ebenfalls ein Rekordwert. Zu diesem Anstieg trugen unter anderem die hohen Kraftstoffpreise, die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in den Städten und die Einführung des KlimaTickets bei.
Maßgeblich beeinflusst wurde diese Entwicklung durch den Ausbau des Fernverkehrs, unter anderem durch die Verlängerung der Westbahn zwischen Wien und Tirol (einschließlich der Verlängerung nach Bregenz ab Dezember 2023). Auch der ÖBB-Personenverkehr baute seine Fernverkehrsverbindungen zwischen den österreichischen Ballungsräumen aus. Im Nahverkehr gab es in fast allen Bundesländern Verbesserungen, vor allem durch engere Zugtakte, längere Fahrzeiten und zusätzliche Verbindungen an Wochenenden. Insgesamt führten diese Maßnahmen zu einer Rekordzahl von über 132 Millionen Personenzugkilometern in ganz Österreich.
Bewertung
In einer von der Schienen-Control durchgeführten Umfrage haben die Marktteilnehmer den Schienenverkehrsmarkt in Österreich insgesamt positiv bewertet. Besonders positiv wurden die Ausbildungsmöglichkeiten, die Trassenzuweisung und die Sprachkenntnisse des Bahnpersonals bewertet. Nachholbedarf gibt es allerdings bei der Konkurrenz zu anderen Verkehrsträgern, bei uneinheitlichen EU-Vorschriften zur Sicherheitszertifizierung und bei den behördlichen Anforderungen im Personalbereich. Insgesamt schnitt der Binnenmarkt besser ab als der Außenmarkt. Vor allem die betrieblichen Standards haben sich verbessert, während die Verfügbarkeit und die Kosten der Dienstleistungen niedriger bewertet wurden als im Vorjahr.