Das Schienengüterverkehrsaufkommen in Polen sank laut Angaben der polnischen Eisenbahnbehörde Urząd Transportu Kolejowego im Jahr 2025 auf 217,8 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 2,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und das niedrigste Ergebnis seit mindestens 2012 darstellt. Die Transportleistung ging auf 56,2 Milliarden Tonnenkilometer (-3,5 %) zurück, während die Zugkilometer um denselben Prozentsatz sanken. Die durchschnittliche Transportlänge verkürzte sich ebenfalls leicht auf 258 km, was auf schwächere Fernverkehrsströme zurückzuführen ist.
Die Regulierungsbehörde erklärte, der Rückgang sei auf strukturelle Veränderungen in wichtigen Massengutmärkten zurückzuführen, stellte jedoch ab September Anzeichen einer Stabilisierung fest. Ein Wachstum wurde bei Baumaterialien, Zuschlagstoffen und Sekundärrohstoffen verzeichnet, während der intermodale Verkehr stabil blieb, in den ersten drei Quartalen des Jahres ein Volumenwachstum verzeichnete und seine Rolle in modernen Lieferketten beibehielt. Im Dezember ging die Frachttonnage im Vergleich zum Vorjahr zwar weiterhin zurück, aber die Transportleistung stieg um etwas mehr als 2 %, was auf längere oder schwerere Züge auf ausgewählten Korridoren hindeutet.
Im Gegensatz dazu verzeichnete der Personenverkehr auf der Schiene im Jahr 2025 mit fast 439 Millionen Fahrgästen (+7,7 %) einen 30-Jahres-Rekord. Die Personenkilometer stiegen auf 30,7 Milliarden und die Zugkilometer auf 225,3 Millionen, was die anhaltende Expansion des öffentlichen Schienenverkehrs unterstreicht. Im Jahr 2025 nutzte der durchschnittliche Einwohner die Bahn 11,7 Mal, was den höchsten Stand seit Mitte der 1990er Jahre darstellt.
Die Zahlen unterstreichen die wachsende Kluft zwischen dem expandierenden Passagiermarkt in Polen und einem Frachtsektor, der unter dem Druck einer schwächeren Industrienachfrage und sich verändernden Warenströmen steht. Während der intermodale Verkehr eine gewisse Widerstandsfähigkeit aufweist, passt sich der Frachtmarkt insgesamt laut der Regulierungsbehörde noch an die neuen wirtschaftlichen Bedingungen an und bleibt weiterhin von der Erholung in den Bereichen Bauwesen, Recycling und Logistik abhängig.