Die České dráhy meldeten für das Jahr 2025 nach IFRS einen konsolidierten Gewinn vor Steuern in Höhe von 1,8 Mrd. CZK (ca. 74 Mio. €) und verbesserten ihr Ergebnis damit gegenüber dem Vorjahr um 46 %, obwohl der Druck im Schienengüterverkehr anhielt.
Diese Verbesserung war vor allem auf das Passagiergeschäft zurückzuführen, das einen Gewinn vor Steuern von 98 Millionen Euro erzielte – ein Anstieg um 70 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.
Die Tschechische Eisenbahn (ČD) beförderte im Jahr 2025 168 Millionen Fahrgäste. Die durchschnittliche Fahrstrecke betrug 47,6 Kilometer, während die Gesamtleistung im Personenverkehr 8 Milliarden Personenkilometer erreichte.
Das Unternehmen setzte zudem sein umfangreiches Flottenerneuerungsprogramm fort. Im Laufe des Jahres wurden neue „ComfortJet“-Züge für den Fernverkehr, „RegioFox“-Regionalzüge sowie „Vectron“-Lokomotiven für Geschwindigkeiten von bis zu 230 km/h in Betrieb genommen. Insgesamt schuf die ČD mehr als 7.000 zusätzliche Sitzplätze in modernen, klimatisierten Fahrzeugen.
Auch die operative Leistung verbesserte sich. ČD führte im Jahr 2025 insgesamt 2,43 Millionen Zugfahrten durch, was einem Durchschnitt von 6.650 Fahrten pro Tag entspricht. Mehr als 88 % der Fahrten verliefen pünktlich, was das Unternehmen als seine beste Pünktlichkeitsbilanz seit zehn Jahren bezeichnete.
Auch der digitale Ticketverkauf verzeichnete ein weiteres Wachstum. Im Jahr 2025 wurden fast 70 % der Tickets über elektronische Kanäle gekauft, was einem Anstieg von 5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der Konzern investiert zudem massiv in seine Wartungskapazitäten. Im Jahr 2025 hat die ČD mit Arbeiten an Wartungsanlagen in Olomouc, Brünn, Česká Třebová, Hradec Králové, Cheb und Havlíčkův Brod begonnen oder diese fortgesetzt. Bis 2031 plant das Unternehmen, mehr als 492 Millionen Euro in seine Wartungsinfrastruktur zu investieren.
Im Güterverkehr sah die Lage etwas schwieriger aus. ČD Cargo beförderte im Jahr 2025 57,8 Millionen Tonnen Güter, was einem Anstieg von 1,1 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies war auf den internationalen Kraftstoff- und Containertransport sowie auf die wachsenden Auslandsaktivitäten zurückzuführen.
Das Güterverkehrssegment war jedoch weiterhin stark von Umstrukturierungsmaßnahmen betroffen. ČD Cargo verzeichnete einen Verlust von über 156 Millionen Euro, der hauptsächlich auf Rückstellungen für Umstrukturierungen und Wertminderungen von Vermögenswerten zurückzuführen war, die im künftigen Geschäftsbetrieb voraussichtlich nicht mehr benötigt werden.
Nach Angaben des Konzerns soll die Umstrukturierung dazu dienen, die Flotte, den Personalbestand und die Kostenbasis von ČD Cargo an die schwächere Nachfrage auf dem europäischen Schienengüterverkehrsmarkt anzupassen und die langfristige finanzielle Stabilität zu sichern.
Anfang 2026 zeigten sich erste Anzeichen einer Erholung, mit höheren Transportvolumina bei Holz, Eisen und Kraftfahrzeugen. Dennoch lassen die Ergebnisse eine deutliche Spaltung innerhalb der Gruppe erkennen: Der Personenverkehr gewinnt an Fahrt, während der Güterverkehr weiterhin unter dem allgemeinen Abschwung leidet, von dem viele europäische nationale Schienengüterverkehrsunternehmen betroffen sind.