Der Rückgang war nur geringfügig weniger stark als der Rückgang von 14,67 % im zweiten Quartal 2020, als die COVID-19-Sperrungen ihren Höhepunkt erreichten. Der jüngste Rückgang folgt auf einen Rückgang von 6,46 % im letzten Quartal 2022 und signalisiert einen anhaltenden Negativtrend für den kombinierten Verkehr.
Inmitten dieser schwierigen Zeiten bleibt der UIRR-Stimmungsindex, der die Geschäftsstimmung für die kommenden 12 Monate misst, eindeutig negativ. Die europäische KV-Branche befindet sich in einem "perfekten Sturm", der sich aus einer Kombination von schwerwiegenden Pünktlichkeitsproblemen im Schienengüterverkehr, einem Mangel an Trassenkapazitäten, anhaltend hohen Bahnstrompreisen, einschneidenden Streiks in Frankreich und Deutschland, einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und einem Überangebot an Kapazitäten im Straßengüterfernverkehr ergibt, das durch niedrigere Preise für fossile Brennstoffe begünstigt wird.
Als Antwort auf diese Probleme hat die Internationale Vereinigung für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße (UIRR) verschiedene praktikable Lösungen vorgeschlagen, die sich in den bestehenden Rechtsrahmen einfügen. Diese Vorschläge wurden auf der Eröffnungssitzung des Single European Railway Area Forum (SERAF) vorgestellt, einer neu eingerichteten Plattform, die von der Europäischen Kommission unterstützt wird, um die Zusammenarbeit und Produktivität im europäischen Eisenbahnsektor zu fördern.
Darüber hinaus setzt sich der intermodale Sektor aktiv dafür ein, dass die Mitgliedstaaten das Instrumentarium der Kommission zur Stromerzeugung nutzen, das ein sofortiges Eingreifen zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen ermöglicht. Gleichzeitig laufen Diskussionen über die Umstrukturierung des europäischen Strommarktes, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Vollendung dieser Transformation liegt.
Um ihre Unterstützung zu demonstrieren, kann der europäische Gesetzgeber schrittweise Anpassungen des Rechtsrahmens für die Verbrauchssteuern auf fossile Brennstoffe einleiten, die TEN-V-Verordnung überarbeiten und die Umsetzung der Verordnung über elektronische Informationen im Güterverkehr durch die Annahme von Durchführungsverordnungen beschleunigen. Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission ihre Präferenzen im Rahmen des anstehenden Pakets zur Ökologisierung des Güterverkehrs zum Ausdruck bringt, das am 11. Juli dieses Jahres veröffentlicht werden soll.