Der linksrheinische Diesel-Shuttle hat sich während der Vollsperrung der Rheintalbahn im Ferienmonat August bewährt. Diese Initiative zeigt, dass es notwendig ist, die linksrheinischen Eisenbahnstrecken in Frankreich auszubauen, um die Stabilität und Zuverlässigkeit des kombinierten Verkehrs auf der Nord-Süd-Achse langfristig zu gewährleisten.
So viele Zugfahrten könnten angeboten werden, wenn die Rheintalbahn im August 2024 vollständig stillgelegt wird: rund 20 Güterzüge pro Tag und Richtung durch das Elsass. Ein Pendelverkehr mit Dieselloks auf der nicht elektrifizierten Strecke Wörth-Lauterbourg-Straßburg-Offenburg hat dies möglich gemacht.
"Nun gilt es, auf dieser Pionierleistung aufzubauen und die französischen Zulaufstrecken zur NEAT in die schweizerische Verlagerungspolitik einzubeziehen. Der Ausbau der NEAT-Zubringerstrecke Belgien-Metz-Strassburg-Basel zum 4-Meter-Korridor hat höchste Priorität", so Hans-Jörg Bertschi, Präsident des Verwaltungsrats der Hupac. Verschärft wird die Situation bis nach 2030 durch die geplanten Korridorsanierungen in Deutschland, die eine mehrmonatige Sperrung von Hauptstrecken zur Folge haben werden.
Der Ausbau der linksrheinischen Achse Belgien-Metz-Straßburg-Basel zum 4-Meter-Korridor ist daher eine Voraussetzung für eine weitere Verlagerung des Alpentransitverkehrs durch die Schweiz auf die Schiene. Die 110 km kürzere Strecke durch Frankreich könnte dann vom Verkehr aus Belgien und den südlichen Niederlanden genutzt werden, der derzeit durch Deutschland fährt.
Die Erfahrungen mit dem Umleitungsverkehr durch das Elsass motivieren Hupac, den Verkehr auf den linksrheinischen Strecken strategisch auszubauen. "Ab 2025 planen wir Containertransitzüge mit entsprechendem Profil über Frankreich, auch wenn dies mit 4-Meter-Sattelaufliegern noch nicht möglich und mit zusätzlichen Kosten verbunden ist", betonte Hupac CEO Michail Stahlhut.
Damit schafft Hupac eine Alternative zur angespannten Situation in Deutschland, wo die Sanierung der Korridore mit monatelangen Vollsperrungen die Kapazitäten erheblich belastet. "Wir freuen uns, dass SBB Cargo International mit der Gründung einer Tochtergesellschaft in Frankreich die Beseitigung von Engpässen im NEAT-System aktiv unterstützt", ergänzt Hans-Jörg Bertschi, Präsident des Verwaltungsrats der Hupac. Die Entwicklung neuer Verkehre auf der linken Rheinseite durch Frankreich ist auch ein wichtiges Signal an die SNCF Réseau im Hinblick auf die notwendigen Erweiterungen des Tunnelprofils.