Kombiverkehr schließt Umstrukturierung der Traktion im gesamten intermodalen Netz ab

Kombiverkehr schließt Umstrukturierung der Traktion im gesamten intermodalen Netz ab
© Kombiverkehr
Das Unternehmen hat die Traktionsbeschaffung neu strukturiert, um einen unterbrechungsfreien Betrieb für die intermodalen Kunden zu gewährleisten.

Der Übergang folgt einem Beschluss der Gesellschafterversammlung von Kombiverkehrim Juni 2024, der durch ein EU-Verfahren gegen die staatliche DB Cargo ausgelöst wurde . Innerhalb von sechs Monaten hat der in Frankfurt ansässige Kombiverkehrsbetreiber die Dienste auf 18 EVU umverteilt, darunter vier wichtige Partner, die große Transportpakete verwalten:

  • KombiRail Europe, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, ist nun für den nationalen Verkehr, den Verkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden sowie für die Strecken zwischen Duisburg und Poznan zuständig.
  • Auch die Münchner Lokomotion, an der Kombiverkehr mit 20 Prozent beteiligt ist, hat zusätzliche Aufgaben übernommen. Im Gegensatz zu ihrer früheren Rolle als ausführende Frachtführerin für DB Cargo ist Lokomotion nun direkt mit Kombiverkehr unter Vertrag.
  • SBB Cargo International hat den Verkehr zwischen Mortara und Duisburg, Rotterdam und Gent übernommen und bedient neu auch die Strecke Mortara-Gent via Frankreich. Diese Anpassung bietet eine Alternative zum Rheintal-Korridor, wo es aufgrund von Bauarbeiten weiterhin zu langfristigen Störungen kommt.
  • Trotz der Umstrukturierung bietet DB Cargo weiterhin Traktion auf bestimmten Strecken an, unter anderem nach Frankreich, Spanien, Schweden und Italien.

Mit der Umstrukturierung wurden 18 Eisenbahnunternehmen in die Betriebsstruktur von Kombiverkehr aufgenommen, von denen 11 als direkte Vertragspartner fungieren. Zu den Neuzugängen gehören die Wiener Frachtbahnund die Bochumer Hector Rail. Von der Umstellung waren rund 35 Strecken betroffen, wobei es zum Fahrplanwechsel im Dezember zu mehrfachen Angebotsverschiebungen kam. Einige stark frequentierte Strecken werden nun mit bis zu 11 Abfahrten pro Woche bedient.

Die Veränderungen stellten auch an die Tochtergesellschaften von Kombiverkehr zusätzliche Anforderungen. KombiRail Europe verdreifachte die Zahl der Disponenten auf 16 und baute die Zahl der Lokomotivführer innerhalb von zwei Quartalen auf über 40 aus. Die Dienstleistungsgesellschaft für Intermodale Verkehre (DIV), die für das Wagenmanagement zuständig ist, betreut inzwischen mehr als 1.600 angemietete Waggons. Die Umstellung erforderte eine rasche Beschaffung von Spezialgeräten und eine Anpassung der Flottenmanagementstrategie.

Grund für die Umstrukturierung waren regulatorische Unsicherheiten in Bezug auf die Rolle von DB Cargo im intermodalen Ganzzugverkehr. Das Verfahren der EU-Kommission gegen Deutschland ließ Bedenken hinsichtlich der Kontinuität bestehender Partnerschaften aufkommen, was Kombiverkehr dazu veranlasste, Änderungen vorzunehmen, um die Zuverlässigkeit der Dienstleistungen zu erhalten.


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