RM: In Anbetracht der laufenden Handelskriege wird ein Anstieg des Warenverkehrs von China nach Europa erwartet. Gibt es genügend Logistikrouten, um diese Nachfrage zu befriedigen?
David Fischkandl: Es gibt mehrere etablierte Routen - auf dem Luft-, Schienen-, Straßen- und Seeweg -, die die meisten Anbieter auf dem Markt anbieten können. Bei JUSDA versuchen wir, uns zu differenzieren, indem wir aktiv nach nicht-traditionellen Alternativen suchen. Dazu gehören direkte Lkw-Dienste und der Schienenverkehr in Kombination mit dem Kurzstreckenseeverkehr über den Mittleren Korridor. Darüber hinaus weiten wir unseren Fokus über China hinaus auf andere südostasiatische Länder aus, um eine breitere Abdeckung und mehr Flexibilität für unsere Kunden zu gewährleisten.
RM: Wie ist die JUSDA in diesem Zusammenhang aufgestellt, und wie sind Sie auf einen möglichen Anstieg der Lieferungen aus dieser Region vorbereitet?
David Fischkandl: Die Logistik ist eine dynamische und sich schnell entwickelnde Branche. Bei JUSDA setzen wir auf proaktive Planung und Agilität. In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Kunden beobachten wir ständig die Marktentwicklungen und können uns so schnell an veränderte Bedingungen anpassen und plötzliche Steigerungen des Sendungsaufkommens bewältigen. Unsere operative Bereitschaft gewährleistet, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden auch in unbeständigen Zeiten erfüllen können.
RM: Wie ist die aktuelle Situation des Eisenbahnverkehrs von China nach Europa durch Russland?
David Fischkandl: Derzeit haben sich die Transitzeiten normalisiert und betragen etwa 12 bis 18 Tage von Terminal zu Terminal. Das Preisniveau ist aufgrund der schwächeren Nachfrage gesunken, was auf die stabilisierten Seefrachttransitzeiten und die bestehenden Beschränkungen für Güter mit doppeltem Verwendungszweck zurückzuführen ist.
RM: Gibt es angesichts der Beschränkungen der derzeitigen Eisenbahninfrastruktur praktikable Alternativen entlang der Seidenstraße, die über Russland führen?
David Fischkandl: Ja, wir haben zuverlässige Alternativen eingeführt, um einen nahtlosen und pünktlichen Transport zu gewährleisten. Eine dieser Lösungen ist der direkte LKW-Straßentransport, der alle Zollformalitäten einschließt. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, trotz infrastruktureller Einschränkungen schnelle Transitzeiten und betriebliche Kontinuität zu gewährleisten.
RM: Wie bereiten Sie sich auf die Zeit nach dem Konflikt in der Ukraine vor, und welche Pläne haben Sie?
David Fischkandl: JUSDA ist bereits stark in der Ukraine positioniert, die für uns zu einem wichtigen Markt geworden ist. Wir verfügen über umfangreiche Erfahrungen, insbesondere mit unserem Chop-Zug-Service, die es uns ermöglichen, robuste und widerstandsfähige Logistiklösungen in der Region anzubieten. Wenn jemand mehr über diese Themen erfahren möchte, würden wir uns freuen, ihn an unserem Stand auf der Transport- und Logistikmesse in München im Juni zu treffen.