Am 30. Juni 2025 legte die PKP CARGO im Rahmen ihrer Umstrukturierung ihren Umstrukturierungsplan vor, der die bis 2031 geplanten Maßnahmen umreißt. Im Mittelpunkt des Plans stehen die Wiederherstellung der Liquidität, die Rückzahlung von Verbindlichkeiten in Höhe von fast 3 Mrd. PLN (678 Mio. EUR), die Anpassung der Betriebsstruktur und die Vorbereitung des Unternehmens auf künftige Investitionsmöglichkeiten.
Schuldentilgung und finanzielle Umstrukturierung
Der Umstrukturierungsplan betrifft Verbindlichkeiten in Höhe von 2,937 Mrd. PLN (664 Mio. €) zum 30. Mai 2025. PKP CARGO schlägt eine Rückzahlungsstruktur im Rahmen eines gerichtlich beaufsichtigten Sanierungsverfahrens vor. Der Plan wurde mit Unterstützung eines externen Beratungsunternehmens ausgearbeitet, das mit dem Nachlassverwalter und der Unternehmensleitung zusammenarbeitet.
Die Bemühungen um einen Schuldenabbau sind mit umfassenderen finanziellen Umstrukturierungsmaßnahmen und Verhandlungen mit den Gläubigern verbunden. Das Unternehmen erwartet, dass diese Gespräche die Bedingungen für seine langfristige Zahlungsfähigkeit festlegen werden.
Umstrukturierungsstrategie in den Kerngeschäftsbereichen
Der Plan sieht Maßnahmen in mehreren Bereichen vor:
- Umstrukturierung des Vertriebs: Zu den Zielen gehören die Bindung und Neugewinnung von Kunden, die Stärkung der Verkaufsteams, die Verbesserung der Preisstrukturen und die Ausweitung der internationalen Aktivitäten. Es wird erwartet, dass neue Niederlassungen und Verkehrsverbindungen außerhalb Polens eine größere Rolle bei der Umsatzgenerierung spielen werden.
- Operative Umstrukturierung: Die Effizienzmaßnahmen umfassen eine Reorganisation der Planung und der Transportabwicklung, unterstützt durch Automatisierung und Systemintegration.
- Umstrukturierung der Beschäftigung: PKP CARGO erwägt eine Anpassung des administrativen und operativen Personalbestands an die Marktbenchmarks für Transportarbeiten. Entlassungen sind bis zum 30. Juni 2026 geplant, werden aber mit den Gewerkschaften diskutiert. Eine Alternative zu Entlassungen wäre eine Änderung des Tarifvertrags und die Einführung eines neuen Motivations- und Vergütungssystems früher als ursprünglich geplant.
- Informationsmanagement: Die Konsolidierung der IT-Systeme innerhalb der PKP CARGO Capital Group soll einen skalierbaren Betrieb bei gleichbleibendem Personalbestand in den Schlüsselbereichen ermöglichen.
- Optimierung der Vermögenswerte: Der Plan sieht den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Anlagevermögen wie Immobilien und rollendem Material vor. Darüber hinaus sind Veräußerungen von Tochtergesellschaften geplant, die für das logistische Kerngeschäft als unnötig erachtet werden.
- Strukturelle Anpassungen: Ziel ist die interne Konsolidierung von Geschäftsfunktionen, einschließlich Reparaturdienstleistungen und Logistik, unter dem Dach der PKP CARGO Gruppe.
Mittelfristige Veränderungen der Umsatz- und Kostenstruktur
Bis 2031 prognostiziert PKP CARGO ein EBITDA von 1,296 Milliarden PLN (293 Millionen Euro). Das Unternehmen rechnet auch mit einer Verschiebung seines Umsatzprofils:
- Die Einnahmen aus dem Steinkohletransport werden bis 2031 voraussichtlich auf 13 % sinken.
- Die Einnahmen aus dem intermodalen Verkehr werden voraussichtlich 19 % erreichen.
Das Geschäftsmodell wird sich von den rückläufigen Segmenten, insbesondere dem Kohletransport, wegbewegen. Das Unternehmen will sein intermodales und spezialisiertes Frachtgeschäft ausbauen, das über Konjunkturzyklen hinweg als stabiler gilt. Kostensenkungen werden auch durch die Zentralisierung von Unterstützungsfunktionen und die Verbesserung der Prozesseffizienz erzielt.
Schienengüterverkehr bleibt Kerngeschäft
Der Schienengüterverkehr bleibt das Kerngeschäft von PKP CARGO. Der Plan sieht jedoch Änderungen in der Organisationsstruktur vor, die auf eine Verbesserung der Betriebsmargen und der Kostenprofile abzielen. Dazu gehören die Vereinfachung der internen Abläufe und die Aktualisierung der Überwachungsmechanismen für das Management.
Der Umstrukturierungsplan sieht Maßnahmen zur Stabilisierung des Unternehmens nach einer längeren Phase der finanziellen Instabilität und der Erosion von Marktanteilen vor. Das Unternehmen leitete das Umstrukturierungsverfahren im Jahr 2024 ein.