Modalink, das Gemeinschaftsunternehmen von Lineas (70 %) und FS Logistix (30 %), wurde am Antwerpener Mainhub-Terminal offiziell eingeweiht. Die Partnerschaft wird den Terminalbetrieb verwalten und die intermodalen Dienste zwischen Belgien und Italien sowie Südeuropa ausbauen.
Am Standort Antwerpen Mainhub werden jährlich bis zu 200.000 Container umgeschlagen. Er verfügt über acht 700 Meter lange Gleise und drei Portalkräne. Das Drehkreuz befindet sich innerhalb des Logistik-Clusters im Hafen von Antwerpen und soll als Anker für eine erhöhte schienengestützte Kapazität abseits überlasteter Straßenkorridore dienen.
Das Gemeinschaftsunternehmen wird fünf wöchentliche Hin- und Rückfahrten zwischen Antwerpen und Mailand mit Weiterverbindungen nach Pomezia, Marcianise und Catania unterstützen. Modalink rechnet mit einer Reduzierung von 13.000 Lkw pro Jahr und mehr als 46.000 Tonnen CO₂.
Erik Van Ockenburg, CEO von Lineas, bezeichnete das Vorhaben als strategische Fortsetzung der Fokussierung des Betreibers auf seine Kerntraktionsdienste. Sabrina De Filippis, CEO von FS Logistix, verwies auf das stetige Wachstum des Volumens seit der Startphase und hob die Terminals als zentrales Bindeglied für die Verkehrsverlagerung hervor.
An der Eröffnungsveranstaltung nahmen politische Vertreter aus Belgien und Italien teil, darunter die italienische Botschafterin Federica Favi, die die Entwicklung des Korridors in den Kontext des aktuellen geopolitischen Drucks und der Widerstandsfähigkeit der Lieferkette stellte. Der belgische Minister für Mobilität, Jean-Luc Crucke, betonte die Notwendigkeit einer kontinuierlichen staatlichen Unterstützung für einen zuverlässigen europäischen Schienengüterverkehr.
Das Joint Venture spiegelt die zunehmende Bedeutung der Nord-Süd-Güterverkehrsverbindungen auf EU-Ebene wider, insbesondere zwischen den belgischen Seehäfen und den italienischen Binnenterminals, wo die Schiene eine immer wichtigere Rolle spielt, da Verkehrsüberlastung und Emissionsziele eine Verlagerung auf andere Verkehrsträger vorantreiben.