LTG Infra hat eine offene internationale Ausschreibung für die Planung der Rail Baltica-Strecke mit europäischer Spurweite zwischen Panevėžys und der litauisch-lettischen Grenze veröffentlicht. Der Abschnitt hat eine Gesamtlänge von etwa 54 km und ist der letzte noch fehlende Teil, um die durchgehende Hauptstrecke durch Litauen zu vervollständigen.
Die Bauarbeiten an anderen Abschnitten des Korridors sind bereits im Gange. Im Jahr 2025 unterzeichnete LTG Infra Verträge für den Bau eines 114 km langen Abschnitts zwischen Kaunas und Panevėžys, wo derzeit Vorbereitungsarbeiten durchgeführt werden. Auf dem am weitesten fortgeschrittenen 9 km langen Teilabschnitt haben die Oberbauarbeiten bereits begonnen. Auch auf dem Abschnitt zwischen der litauisch-polnischen Grenze und Kaunas, der fast 100 km Eisenbahnmodernisierung umfasst, laufen derzeit Planungsarbeiten.
Nach Angaben der LTG-Gruppe ist der Abschnitt Panevėžys–Lettland von entscheidender Bedeutung für die Gewährleistung eines ununterbrochenen internationalen Schienenverkehrs entlang des Korridors Polen–Litauen–Lettland. Ziel ist es, im Laufe des nächsten Jahres einen Planungsauftragnehmer auszuwählen und mit den Planungsarbeiten zu beginnen, damit die nachfolgenden Bauphasen vorbereitet werden können.
Parallel dazu laufen weitere Ausschreibungen für die Planung von Infrastrukturwartungsdepots in Panevėžys und Kaunas sowie für Regionalbahnhöfe in Jonava und Gustonys. Weitere öffentliche Ausschreibungen für die Planung einzelner Eisenbahnobjekte sind für das kommende Jahr geplant.
Rail Baltica ist das größte Eisenbahninfrastrukturprojekt in der Geschichte der baltischen Staaten und ein Kernprojekt des TEN-T-Netzes der Europäischen Union. Nach seiner Fertigstellung wird die elektrifizierte Strecke mit europäischer Normalspur Litauen, Lettland und Estland mit Mittel- und Westeuropa verbinden und den Personen- und Güterverkehr sowie die zivile und militärische Mobilität unterstützen.