Polen plant den Bau von 4.700 km neuer Eisenbahnstrecken

Polen plant den Bau von 4.700 km neuer Eisenbahnstrecken
© PKP PLK
Polen hat seinen ersten umfassenden langfristigen Eisenbahnentwicklungsplan vorgelegt, der 4.700 Kilometer neue Strecken und 19 strategische Korridore umfasst.

Das integrierte Eisenbahnnetz, bekannt als ZSK, ersetzt das frühere Konzept von zehn Eisenbahn-„Speichen“, die am geplanten Zentralflughafen zusammenlaufen, durch ein umfassenderes Netz, das Regionen in ganz Polen miteinander verbindet.

Rund 1.000 Kilometer der geplanten Strecken befinden sich bereits im Bau, in der Ausschreibungsphase oder in einem fortgeschrittenen Planungsstadium. Diese Abschnitte sollen bis 2035 in Betrieb genommen werden und umfassen die Y-Strecke Warschau–Neuer Flughafen–Łódź–Posen/Breslau, die Rail Baltica zwischen Ełk und Trakiszki, die Strecke Podłęże–Piekiełko sowie die Verbindung Katowice–Ostrava.

Von der Gesamtstrecke von 4.700 Kilometern sollen etwa 2.700 Kilometer den Standards für Hochgeschwindigkeitsstrecken entsprechen. Dazu gehören 480 Kilometer der Y-Linie sowie weitere 2.100 Kilometer auf Strecken wie der geplanten Verlängerung der Zentralhauptstrecke in Richtung des Dreistädtegebiets.

Die geschätzten Kosten für die nach 2035 geplanten Projekte belaufen sich auf rund 144 Milliarden Euro, davon entfallen etwa 97 Milliarden Euro auf neue Strecken und 47 Milliarden Euro auf die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur. Die Umrechnungen basieren auf dem am 12. Juni 2026 veröffentlichten Referenzkurs der EZB von 1 Euro zu 4,248 PLN.

Der Plan sieht außerdem die spätere Modernisierung weiterer 5.600 Kilometer bestehender Strecken vor. Die Investitionen werden gemeinsam von Centralny Port Komunikacyjny im Rahmen des Programms „Port Polska“ und dem Infrastrukturbetreiber PKP PLK getätigt.

Die für den Plan herangezogenen Fahrgastprognosen gehen davon aus, dass der Fernverkehr auf der Schiene von 89 Millionen Fahrten im Jahr 2025 auf 182 Millionen im Jahr 2050 ansteigen könnte. Der Regionalverkehr dürfte von 350 Millionen auf 538 Millionen Fahrten steigen, womit sich die jährliche Gesamtzahl auf rund 720 Millionen Fahrgäste belaufen würde.

Die geplanten Fahrzeiten betragen etwa 100 Minuten zwischen Warschau und Breslau, Posen, Danzig oder Bydgoszcz. Die Fahrten Warschau–Stettin, Krakau–Danzig und Lublin–Breslau sollen etwa drei Stunden dauern.

Der ZSK umfasst auch einen Güterverkehrsteil. Die durchschnittliche Betriebsgeschwindigkeit von Güterzügen soll von rund 34 km/h auf 56 km/h steigen, während 23 neue intermodale Terminals geplant sind, um den Umschlag zwischen Straße und Schiene zu unterstützen.

Das Netz wird 27 weiteren kleinen und mittelgroßen Städten einen Anschluss an das Schienennetz ermöglichen und mehr als 120 Verkehrsknotenpunkte umfassen. Die Korridore sollen zudem den zivil-militärischen Verkehr und die militärische Mobilität unterstützen.


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