Renfe International Projects hat eine 33%ige Beteiligung an Longitude Holding erworben, einem privaten italienischen Unternehmen, das unter dem Namen Arenaways firmiert.
Die Longitude Holding, die 2021 in Turin von Investoren mit mehr als 30 Jahren Erfahrung gegründet wurde, verfügt über die erforderlichen Genehmigungen für den Betrieb von Regional- und Fernverkehrsstrecken in Italien. 33 % der Anteile an dem Unternehmen wurden von Serena Industrial Partners erworben, einem spanischen Investmentmanager, der sich auf wichtige Infrastrukturprojekte mit Schwerpunkt Mobilität spezialisiert hat.
Die piemontesische Mobilitätsagentur hat Longitude für die nächsten zehn Jahre mit dem Betrieb von Personenverkehrsdiensten auf zwei Regionalstrecken beauftragt. Diese Strecken verbinden die Städte Cuneo, Saluzzo und Savigliano sowie Ceva und Ormea und haben einen Auftragswert von 54 Millionen Euro. Der Betrieb auf der ersten Strecke soll im Januar aufgenommen werden, während die zweite Strecke nach Abschluss der Infrastrukturanpassungen durch die RFI (Italienisches Eisenbahnnetz) in Betrieb gehen wird.
Longitude Holding beabsichtigt, seinen Betrieb auf weitere Strecken auszudehnen, sowohl auf öffentliche als auch auf kommerzielle. Das Unternehmen hat von der Verkehrsbehörde die Genehmigung erhalten, Fernverkehrsverbindungen im Rahmen eines offenen Zugangs auf den Korridoren Nordwest-Nordost und Nord-Mitte-Süd aufzunehmen.
Die Expansion von Renfe nach Italien ergänzt die internationalen Aktivitäten des Unternehmens, zu denen auch Verbindungen in Frankreich und Mitteleuropa gehören. Das Unternehmen hat den Betrieb in Frankreich aufgenommen und konkurriert mit seinen AVE-Zügen auf den internationalen Strecken nach Lyon und Marseille; im nächsten Jahr soll Toulouse hinzukommen. In Mitteleuropa betreibt Renfe gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen und kommerzielle Dienste in der Tschechischen Republik, der Slowakei und Polen in Partnerschaft mit Leo Express, an dem das Unternehmen 2021 50 % erwarb. Renfe ist außerdem als strategischer Berater und Schattenbetreiber am Rail Baltica-Projekt beteiligt, das Estland, Lettland und Litauen umfasst.