Der Personenverkehr, der Autoverlad durch den Vereina-Tunnel und die Leistungen der RhB-Tochtergesellschaften trugen zu einem Konzerngewinn von rund 17,4 Mio. Euro bei, der zur Stärkung des Eigenkapitals verwendet wurde.
Personenverkehr treibt Gesamteinnahmenwachstum an
Der größte Teil des Einnahmewachstums stammt aus dem Passagierverkehr, wo die Netto-Verkehrseinnahmen im Vergleich zu 2023 um 11 % auf ca. 133,7 Mio. EUR stiegen. Dies entspricht ebenfalls einem Anstieg von 32 % gegenüber 2022. Die höhere Nachfrage ermöglichte es dem Unternehmen, die gestiegenen Ausgaben für Lokomotivpersonal, Trassenpreise, Vertriebskosten und Abschreibungen im Zusammenhang mit Infrastruktur- und Flotteninvestitionen, insbesondere für die Capricorn-Triebzüge, auszugleichen. Das Segment verzeichnete einen Überschuss von ca. 6,5 Mio. EUR und einen Kostendeckungsgrad von 57,8 %.
Einer der Haupttreiber dieser Entwicklung war der Bernina Express. Der Panoramazug erwirtschaftete einen Umsatz von rund 26,8 Mio. EUR, was einem Wachstum von 30 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und fast eine Verdoppelung des Ergebnisses von 2022 bedeutet. Das Fahrgastaufkommen auf der Strecke stieg zwischen 2022 und 2024 um 53 %. 2024 war der Zug mit einem Kostendeckungsgrad von 113,9 % zum ersten Mal auf rein kommerzieller Basis profitabel unterwegs.
Autoverkehr im Vereina-Tunnel erreicht Rekordzahlen
Die Fahrzeugtransporte durch den Vereinatunnel feierten ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Allzeithoch: 2024 wurden 560.415 Fahrzeuge transportiert. Die entsprechend gestiegenen Einnahmen glichen höhere Aufwendungen für die Instandhaltung des Rollmaterials aus. Die Sparte Autotransport schloss das Jahr mit einem Gewinn von rund 1,53 Millionen Euro ab.
Moderate Zuwächse bei Güterverkehr und Infrastruktur
Im Frachtbereich wurde ein leichtes Umsatzplus von 3% erzielt, was zu einem Gewinn von ca. 0,71 Mio. Euro führte. Der Geschäftsbereich Infrastruktur verzeichnete einen Gewinn von ca. 3,26 Mio. EUR. Dazu trugen höhere Einnahmen aus der Infrastrukturnutzung bei, die zum Teil auf Zuwächse im Personen- und Fahrzeugverkehr zurückzuführen sind, sowie geringere Bahnstromkosten.
Tochtergesellschaften und Beteiligungen
Auch die RhB-Tochtergesellschaften haben sich 2024 gut entwickelt. Die Glacier Express AG zahlte erstmals eine Dividende von rund 5,1 Mio. Euro an die RhB AG. Die RhB Immobilien AG steuerte einen Gewinn von ca. 1,02 Mio. Euro bei. Das Joint Venture Panoramic Gourmet AG konnte das Eigenkapital durch stabile Ergebnisse stärken.
Die Gesamtinvestitionen stiegen auf ca. 394,5 Mio. EUR. Für die Instandhaltung und den Ausbau der Infrastruktur wurden ca. 270,9 Mio. EUR aufgewendet, ca. 123,6 Mio. EUR wurden für verkehrsbezogene Investitionen verwendet, darunter die Beschaffung der Capricorn-Flotte und das Werkstattprojekt Landquart.
Unterstützung durch den öffentlichen Sektor und Ausblick
Die RhB erhielt über Leistungs- und Abgeltungsvereinbarungen rund 271,5 Millionen Euro an öffentlichen Geldern.
Die RhB meldet für die ersten Monate des Jahres 2025 einen weiteren Anstieg der Fahrgastnachfrage. Das hohe Investitionsniveau wird beibehalten, um die laufende Modernisierung der Infrastruktur und die schrittweise Einführung des Konzepts "Retica30+" zu unterstützen. Gleichzeitig stellt sich die Gruppe weiterhin den steigenden Betriebskosten und den Herausforderungen im Bereich des Personals.