PKP Intercity hat das Warschauer Unternehmen SIM Factor mit der Lieferung von vier zusätzlichen Lokomotivsimulatoren beauftragt, die Teil ihrer laufenden Investitionen in die Sicherheits- und Schulungsinfrastruktur sind.
Der Vertrag soll innerhalb von sieben Monaten nach Unterzeichnung ausgeliefert werden. Die neuen Geräte werden bestehende Simulatoren ergänzen, die bereits an anderen Standorten des Unternehmens im Einsatz sind, darunter Gdynia, wo Anfang des Jahres der erste polnische Griffin-Loksimulator außerhalb Warschaus installiert wurde. Zuvor hatte PKP Intercity in der Hauptstadt Simulatoren für EP09- und EU44-Lokomotiven betrieben, die seit 2015 im Einsatz sind.
Die Systeme simulieren verschiedene reale Betriebsbedingungen, z. B. schlechtes Wetter und unerwartete Ereignisse an Bahnübergängen, einschließlich des Eindringens von Fahrzeugen und Tieren. Das Schulungspersonal kann Fehlerzustände oder Vorfälle auslösen, um die Reaktionen der Fahrer und die Einhaltung von Sicherheitsprotokollen zu bewerten. Jeder Simulator enthält ein Softwarepaket mit mindestens 5.000 km Eisenbahnstrecken, die digital nachgebildet sind, wie z. B. Warschau-Gdynia, Katowice-Kraków, Poznań-Wrocław und Warschau-Szczecin, mit Details zur Infrastruktur, einschließlich Signalen, Bahnhöfen und Landmarken.
Alle Triebfahrzeugführer der PKP Intercity werden regelmäßig in Simulatoren trainiert, um die Reaktionszeit, die Signalauslegung und die Einhaltung der Betriebsvorschriften zu überprüfen. Die Geräte werden auch bei Zulassungsprüfungen, die von der nationalen Eisenbahnaufsichtsbehörde überwacht werden, und bei Bewertungen nach Unfällen eingesetzt.
Breiterer Einsatz von SIM-Faktor-Systemen
Parallel zum Vertrag mit PKP Intercity liefert SIM Factor weiterhin Simulatorsysteme für den gesamten Eisenbahnsektor in Polen und darüber hinaus.
Ein SMART Lite-Simulator soll im neuen SKPL Cargo-Ausbildungszentrum in Lublin eingesetzt werden. Das System umfasst eine vollständige Ausbilderstation, eine GSM-R-Funknachbildung, eine ETCS-Simulation und Profile von Elektrolokomotiven und Elektrotriebwagen. Die Trainingsumgebung umfasst mehr als 8.000 km virtueller Strecken und beinhaltet nun auch die SD85 (DM90) als AI-Fahrzeug.
Bis Ende August 2025 hatte SIM Factor 12 Ausbildungssimulatoren an Schulen in Tłuszcz, Ostrów Wielkopolski, Bydgoszcz, Katowice und Siedlce geliefert. Insgesamt nutzen nun 15 Schulen in Polen Geräte von SIM Factor, die die gleiche Kerntechnologie wie die kommerziellen Simulatoren haben, die in der Betreiberschulung und bei den nationalen Lizenzprüfungen eingesetzt werden.
Das Unternehmen hat auch mobile Simulatoren geliefert, darunter einen speziell angefertigten Trainer für elektrische Lokomotiven, der in einen Anhänger für Lubelski Węgiel Bogdanka integriert wurde. Diese Lösung umfasst eine Bewegungsplattform, eine Ausbilderstation, einen Beobachtungsbereich und eine Streckendatenbank mit über 8.000 km, die den UTK-Standards entspricht.
FuE und internationale Projekte
SIM Factor hat sich vor kurzem auch eine EU-Kofinanzierung im Rahmen des Programms "Europäische Fonds für Masowien 2021-2027" für die Entwicklung einer Bewegungsplattform mit sechs Freiheitsgraden (6-DOF) gesichert. Das Projektbudget beläuft sich auf rund 913 000 EUR, wobei die EU-Förderung fast die Hälfte dieses Betrags abdeckt.
International liefert das Unternehmen einen Stadler Flirt-Simulator an die Tallinn University of Applied Sciences in Estland. Das System wird auf einer 6-DOF-Bewegungsplattform montiert und unterstützt die Ausbildung von Fahrzeugen mit 1435 mm und 1520 mm Spurweite. Es folgt auf frühere Lieferungen an Litauen und Lettland.
SIM Factor hat auch zwei deutsche Streckenabschnitte - Hamburg-Lüneburg und Riesa-Dresden - für ČD Cargo geliefert. Diese Strecken, die insgesamt 105 km lang sind, wurden vollständig in der Simulatorumgebung nachgebildet.