Das Projekt KIRA des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) und der Deutschen Bahn (DB) hat sich auf den Darmstädter Norden ausgeweitet und bringt erstmals sechs autonome Shuttles in die Stadt. Die Routen verbinden nun wichtige Punkte wie den Hauptbahnhof, die Pallaswiesenstraße und das Nordbad/Bürgerpark, aber auch Fahrten zwischen Langen, Egelsbach und Darmstadt sind möglich.
Seit dem Start des Pilotbetriebs im Mai 2024 in Langen und Egelsbach haben sich mehr als 1.000 Testfahrer angemeldet. Die Bewertungen liegen im Durchschnitt bei 4,5 von 5 Punkten, und die Fahrzeuge haben bereits über 60.000 Kilometer zurückgelegt. Die größte Nachfrage besteht an den Bahnhöfen in Langen und Egelsbach. Die Fahrten können über die KIRA-App auf Abruf gebucht werden.
"Das KIRA-Versorgungsgebiet wächst mit Darmstadt und bindet nun auch den ländlichen Raum direkt an die Stadt an", so Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV. "Wir testen, wie öffentliche Mobilität überall und jederzeit verfügbar sein kann - ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu unserer Vision eines autonomen ÖPNV."
Arne Schneemann von DB Regiofügte hinzu: "Das Projekt hat bereits wichtige Erkenntnisse geliefert, wie der ÖPNV flexibler gestaltet werden kann. Das Feedback der Fahrgäste bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz begrüßte den Einsatz und betonte, dass die Stadt damit eine der ersten in Deutschland sei, in der diese Technologie eingesetzt werde: "Angebote wie KIRA verbessern die gesellschaftliche Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von der persönlichen Mobilität."
KIRA, die Abkürzung für "KI-basierter Regelbetrieb von autonomen On-Demand-Diensten", ist das erste deutsche Projekt zur Erprobung des autonomen Fahrens der Stufe 4 im öffentlichen Verkehr. Es wird von DB Regio Bus Mitte betrieben und nutzt die Buchungs- und Routing-Software ioki der DB in Kombination mit der Selbstfahrtechnologie von Mobileye.
Das Pilotprojekt wird mit rund 2,2 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium gefördert und vom Land Hessen unterstützt. Forschungspartner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Der Testbetrieb ist bis Ende 2025 geplant, eine Verlängerung wird bereits erwogen.