Die SBB hat Rahmenverträge im Wert von 1,5 Milliarden Euro an Hitachi, Siemens und Stadler Rail für die Einführung der nächsten Generation digitaler Stellwerke vergeben. Die Modernisierung soll das dichte Schienennetz der Schweiz effizienter und zuverlässiger machen und für das künftige Verkehrswachstum gerüstet sein.
Die neuen Systeme, die von der SBB als "Herzstück des Bahnbetriebs" bezeichnet werden, werden nach und nach veraltete Technik ersetzen, die teilweise noch aus den 1950er Jahren stammt. Rund 80 Prozent der fast 500 Stellwerke in der Schweiz werden in den nächsten 20 Jahren erneuert, wobei die ersten digitalen Anlagen voraussichtlich 2029 in Betrieb gehen werden.
Für die SBB ist die Umstellung auf digitale Stellwerke ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer vollständig vernetzten und automatisierten Bahn. Die Umrüstung unterstützt die Führerstandssignalisierung, bei der die Lokführer die Fahr- und Sicherheitsinformationen direkt im Führerstand und nicht über Signale entlang der Gleise erhalten. Auf diese Weise können mehr Züge in kürzeren Abständen verkehren, was die Kapazität erhöht, ohne dass neue Strecken gebaut werden müssen.
Die beauftragten Lieferanten - Hitachi, Siemens und Stadler Rail - wurden im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung auf der Grundlage von Kosteneffizienz, Innovation und technischer Qualität ausgewählt. Vor dem Serieneinsatz werden die Systeme umfangreichen Tests unter gemischten Bedingungen im Personen- und Güterverkehr unterzogen.
Derzeit betreibt die SBB eine komplexe Mischung aus alten Stellwerken, die einen hohen Wartungsaufwand erfordern und die Modernisierungsmöglichkeiten einschränken. Durch den Ersatz der relaisbasierten Systeme durch modulare, standardisierte Komponenten erwartet das Unternehmen geringere Betriebskosten und eine größere Flexibilität für künftige Aufrüstungen.
Die SBB sieht in der Digitalisierung den Schlüssel zur Bewältigung des erwarteten Anstiegs der Mobilitätsnachfrage. Die Transformation wird rund 40 Jahre dauern und zu einem robusteren, sichereren und besser integrierten Schweizer Schienennetz führen.