DAC-Studien zeigen in Österreich überzeugende Ergebnisse

DAC-Studien zeigen in Österreich überzeugende Ergebnisse
© RCG
Die ÖBB Rail Cargo Group hat das digitale automatische Kupplungssystem (DAC) unter winterlichen Bedingungen in Österreich getestet; erste Ergebnisse deuten auf eine hohe Zuverlässigkeit des Systems hin.

Die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) hat Wintertests mit dem Digital Automatic Coupling (DAC) durchgeführt, einer der Schlüsseltechnologien für die Zukunft des europäischen Schienengüterverkehrs. Ziel der Tests war es, die Leistungsfähigkeit des Systems unter anspruchsvollen Wetterbedingungen zu bewerten und gleichzeitig die Vorbereitungen für den flächendeckenden Einsatz in ganz Europa voranzutreiben.

Das DAC-System ersetzt die herkömmliche manuelle Schraubkupplung, die seit mehr als einem Jahrhundert in europäischen Güterzügen zum Einsatz kommt. Neben der Automatisierung des mechanischen Kupplungsvorgangs ermöglicht die Technologie auch integrierte Luft-, Strom- und Datenverbindungen zwischen den Güterwagen. Dies ermöglicht eine durchgehende digitale Kommunikation entlang des Zuges und bildet die Grundlage für neue Betriebsfunktionen wie automatisierte Bremsprüfungen und datengestützte Überwachung.

Um das System unter realen Betriebsbedingungen zu evaluieren, setzte RCG einen speziellen Demonstrationsgüterzug ein, der mit Kupplungssystemen verschiedener Hersteller ausgestattet war. Ziel war es, die Interoperabilität zwischen verschiedenen Technologien zu überprüfen und gleichzeitig das Zusammenspiel von mechanischen Komponenten, elektrischen Systemen und der digitalen Datenübertragung im gesamten Zug zu testen.

Die jüngste Testphase fand in Österreich statt, wo der Zug extremen winterlichen Bedingungen ausgesetzt war. Über einen Zeitraum von drei Wochen wurde das System am Bahnhof Schwarzach-St. Veit in der Region Salzburg bei Temperaturen von bis zu –15 °C sowie bei Schnee und Eisregen getestet. Die Ingenieure konzentrierten sich dabei auf wiederholte Kupplungsvorgänge, die elektrische Entkupplung per Fernsteuerung sowie die Zuverlässigkeit der Luft- und Datenverbindungen, die für einen sicheren Bremsbetrieb unerlässlich sind.

In Böckstein wurden zusätzliche Dauerlaufversuche durchgeführt, bei denen der Zug zehn Tage lang stillstand, um typische Einsatzbedingungen im Güterverkehr zu simulieren. Auf wichtigen Bauteilen wurden bewusst Schnee und Eis angesammelt, um mögliche Schwachstellen bei Schmierstoffen, Dichtungen und elektrischen Kontakten zu ermitteln.

Nach vorläufigen Ergebnissen zeigten die getesteten Systeme selbst unter anspruchsvollen winterlichen Bedingungen eine hohe Zuverlässigkeit. Bettina Castillo, Vorstandsmitglied der ÖBB Rail Cargo Group, erklärte, die Tests lieferten wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung und bestätigten den Kurs in Richtung einer standardisierten digitalen Kupplung für das europäische Güterverkehrsnetz.

Die digitale automatische Kupplung gilt weithin als eines der wichtigsten Innovationsprojekte im europäischen Schienengüterverkehr. Durch die Automatisierung und digitale Vernetzung von Güterzügen soll diese Technologie die Effizienz, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit steigern und gleichzeitig die langfristige Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene fördern.


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