Chile hat eine neue Eisenbahnstrategie bis 2050

Chile hat eine neue Eisenbahnstrategie bis 2050
© Trenes para Chile
Ein neues Dokument mit dem Titel „Política Ferroviaria Nacional para Chile – Trenes para Chile 2050“ legt einen langfristigen Rahmen fest, um die Eisenbahn bis zur Mitte des Jahrhunderts wieder als Kernelement des chilenischen Verkehrs- und Logistiksystems zu etablieren.

Der 78-seitige Vorschlag vom April 2026, der von Fabián Figueroa unter der Schirmherrschaft des Instituto Ferroviario de Chile verfasst wurde, definiert Ziele, Vorgaben für den Verkehrsmittelanteil und Reformen der Verwaltungsstruktur für die Umsetzung bis zum Jahr 2050.

Die Strategie sieht vor, die Investitionen in den Schienenverkehr von 4 % auf mindestens 16 % der gesamten Infrastrukturausgaben zu erhöhen und die jährlichen Ausgaben für den Schienenverkehr von 0,06 % des BIP auf 0,10 % bis 0,40 % anzuheben, was den OECD-Richtwerten entspricht. Es wird vorgeschlagen, dass die gesamten Infrastrukturinvestitionen 4 % des BIP übersteigen sollten, wobei ein Zielwert von 6,5 % angestrebt wird.

Ziele im Güterverkehr: 30 % Anteil des Seeverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen, Wachstum im kombinierten Verkehr

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Für den Güterverkehr sieht das Dokument vor, rund 50 % der Bruttotonnenkilometer auf hocheffiziente Verkehrsträger wie die Schiene und die Küstenschifffahrt zu verlagern und einen Anteil der Schiene von mindestens 30 % an den in staatlichen Häfen umgeschlagenen Nettotonnen zu erreichen.

Außerdem wird der Ausbau des kombinierten Schienen-Straßen-Verkehrs priorisiert, wobei Kostenunterschiede von dem Fünf- bis Achtfachen pro Tonnenkilometer zugunsten der Schiene auf Hauptstreckenabschnitten angeführt werden. Ein Modellbeispiel in dem Dokument zeigt, dass auf einer 1.000 km langen Strecke die Bahn bei 16 CLP pro Tonnenkilometer 16.000 CLP pro Tonne kosten würde, gegenüber 100.000 CLP per Lkw, was Einsparungen von bis zu 84 % bedeutet; eine kombinierte Lösung aus 800 km Schiene und 200 km Straße würde die Kosten um 67 % im Vergleich zum reinen Straßentransport.

In der Strategie wird ferner vorgeschlagen, bis 2050 mindestens zwei vollständig auf der Schiene basierende internationale Verbindungen zu ermöglichen, vorbehaltlich bilateraler Abkommen und Finanzierungsvereinbarungen.

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Ziele im Personenverkehr: 600 km Korridor mit hohem Standard

Im Personenverkehr sieht die Strategie einen Mindestanteil von 16 % für den Schienenverkehr (U-Bahn, Straßenbahn oder Standseilbahn) und 16 % für den Nahverkehr in Ballungsräumen mit mehr als 400.000 Einwohnern vor, darunter Antofagasta, La Serena–Coquimbo, Valparaíso, Concepción und Temuco.

Für den Großraum Santiago sieht das Dokument einen angestrebten Anteil des Schienenverkehrs in Stadt und Vororten von fast 50 % vor.

Ein zentraler Infrastrukturvorschlag ist der Ausbau eines hochwertigen Korridors von etwa 600 km Länge, der Valparaíso, Santiago, Rancagua, Talca, Chillán und Concepción verbindet und rund 75 % der Bevölkerung des Landes abdeckt. Die Strategie sieht vor, die Einführung einer Hochgeschwindigkeitsbahn auf dieser Achse bis 2050 zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen, mit einem angestrebten Modalanteil im Fernverkehr von mindestens 30 % und einem wünschenswerten Wert nahe 50 %.

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Reformen der Unternehmensführung und Änderungen bei der Bewertung

Auf institutioneller Ebene empfiehlt der Vorschlag die Einrichtung eines Ministeriums für Mobilität und kritische Infrastruktur, einer nationalen Eisenbahnbehörde sowie koridorbasierter Planungsmechanismen. Er identifiziert die derzeitigen Bewertungsverfahren im Rahmen des chilenischen Nationalen Investitionssystems als Hindernis und weist darauf hin, dass Projekte einzeln und nicht auf Netzebene bewertet werden und dass externe Effekte wie Emissionen und territoriale Integration nicht systematisch berücksichtigt werden.

Der politische Rahmen gliedert sich in acht strategische Schwerpunkte, darunter die Eisenbahn als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs, die Einbindung in Logistikkorridore, leistungsstarke Verkehrsangebote, institutionelle Modernisierung, neue Planungs- und Finanzierungsmechanismen, widerstandsfähige Infrastruktur, städtische Integration sowie die Förderung der heimischen Eisenbahnindustrie und des Qualifikationsaufbaus.

Das Dokument stuft die Schiene als kritische Infrastruktur ein und legt für den Zeithorizont 2050 fest, dass innerhalb von drei Jahren eine Regulierungsreform und innerhalb von fünf Jahren nach Verabschiedung die Umsetzung integrierter Pläne erforderlich sind.


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