Ganz und gar nicht zum Stillstand gekommen: Private Güterverkehrsunternehmen in Deutschland fuhren trotz des Streiks wie gewohnt

Ganz und gar nicht zum Stillstand gekommen: Private Güterverkehrsunternehmen in Deutschland fuhren trotz des Streiks wie gewohnt
© DIE GÜTERBAHNEN

Der sechstägige Bahnstreik der GDL in Deutschland hatte keine Auswirkungen auf die Fahrpläne der privaten Betreiber, berichten DIE GÜTERBAHNEN.


Während der letzten Bahnstreiks in Deutschland lief der Schienengüterverkehr weiter, insbesondere bei den Güterbahnen außerhalb der Deutschen Bahn (DB), auf die 60 % des Schienengüterverkehrs in Deutschland entfallen. Diese Bahnen halten ihre geplanten Fahrpläne ein und gewährleisten die Beförderung von Personen und Gütern.

Peter Westenberger, Geschäftsführer des Verbandes DIE GÜTERBAHNEN, weist darauf hin, dass die Mitgliedsunternehmen des Verbandes sich nicht am Streik beteiligen und normal arbeiten. Er erwähnt, dass diese Bahnen zuverlässig arbeiten und von einem durch den Streik weniger überlasteten Netz profitieren. Westenberger betont, dass die zunächst von der DB geschürte Sorge, dass Lieferketten und Lieferungen durch den Streik gefährdet werden könnten, von DIE GÜTERBAHNEN nicht geteilt wird.

Ein wichtiger Aspekt für die kommenden Tage ist die Verantwortung von DB InfraGO, die Infrastruktur für nicht am Streik beteiligte Unternehmen zugänglich zu halten. In den letzten Tagen waren einige Stellwerke unterbesetzt oder unbesetzt, wie z.B. in Regensburg und Karlsruhe, was die europäischen Güterverkehrskorridore stören kann. Westenberger weist jedoch darauf hin, dass InfraGO solche Situationen im Vergleich zu früheren Streiks besser gehandhabt hat, indem Personalausfälle früher ausgeglichen wurden und die Kommunikation mit den Unternehmen verbessert wurde.

Die Auswirkungen des Streiks auf die meisten Lieferketten sind Berichten zufolge aus mehreren Gründen minimal. Nur DB Cargo mit einem Marktanteil von 40 % wird bestreikt. Außerdem werden im Schienenverkehr in der Regel nicht viele zeitkritische Güter befördert. Die Schifffahrtsindustrie nutzt häufig Lagerflächen, um sich gegen verschiedene Risiken wie Streiks, Wetter und andere abzusichern. Der Januar ist auch eine Zeit, in der insgesamt weniger Güter transportiert werden.

Nach dem Streik ist in der Regel eine kurze Zeitspanne erforderlich, um den Rückstau an Gütern aufzuarbeiten. Die privaten Güterbahnen, die Westenberger als "unbesungene Helden" bezeichnet, werden dazu beitragen, diese Rückstände aufzulösen. Während ein schnelles Ende der Streiks bevorzugt wird, um einen weiteren Imageschaden für die Branche zu vermeiden, spielen die privaten Güterbahnen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des Betriebs während dieser Zeit.

DIE GÜTERBAHNEN haben kürzlich einen eigenen Protest organisiert - allerdings der etwas anderen Art. Ein Konvoi von Lokomotiven privater Schienengüterverkehrsunternehmen fuhr hupend durch Berlin, um gegen die Pläne der Regierung zu protestieren, die geplanten Mittel für den Schienengüterverkehr im Bundeshaushalt 2024 zu kürzen.

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