Virgin Group prüft Auftrag für Hochgeschwindigkeitszug, um Eurostar herauszufordern

Virgin Group prüft Auftrag für Hochgeschwindigkeitszug, um Eurostar herauszufordern
© Network Rail
Der Konzern bereitet eine Bestellung von 12 Hochgeschwindigkeitszügen im Wert von schätzungsweise 595 Millionen Euro vor, um den Wettbewerb auf den Strecken zwischen London und dem europäischen Festland einzuführen.

Die Virgin Group hat Fortschritte bei ihren Plänen bestätigt, auf dem Eisenbahnmarkt im Ärmelkanal zu konkurrieren und die drei Jahrzehnte währende Vorherrschaft von Eurostar herauszufordern, berichtet Euronews.

Virgin hat Hersteller in die engere Wahl gezogen, die für den Auftrag in Frage kommen, darunter Hitachi, Alstom, Talgo und Siemens. Die Entscheidung über den Anbieter wird für das erste Quartal 2024 erwartet. Dieser Schritt steht im Einklang mit dem zunehmenden Wettbewerb um Dienstleistungen im Kanaltunnel, da Evolyn, unterstützt durch Investoren von National Express, ebenfalls versucht, sich auf dem Markt zu etablieren.

Zugangs- und Infrastrukturprobleme

Die Pläne von Virgin hängen von der Sicherung des Zugangs zum Depot in Temple Mills ab, der einzigen Wartungseinrichtung im Vereinigten Königreich, die an die Hochgeschwindigkeitsstrecke 1 (HS1) angeschlossen ist, die London mit dem Kanaltunnel verbindet. Die Kapazitätsprobleme des Depots haben jedoch zu Problemen geführt, wobei Eurostar darauf hinweist, dass der Platz begrenzt ist, um zusätzliche Betreiber zu unterstützen und gleichzeitig seine eigenen Wachstumsziele zu erreichen.

Die Gespräche zwischen der Virgin Group, Eurostar und anderen Beteiligten über den Zugang zu den Depots sind noch nicht abgeschlossen, und das britische Office of Rail and Road (ORR) prüft, ob die derzeitige Infrastruktur den erweiterten Betrieb im Kanaltunnel unterstützen kann.

Zweites Comeback auf dem britischen Markt

Der potenzielle Eintritt der Virgin Group in den Markt der Ärmelkanalroute folgt auf die für 2024 angekündigte Öffnung des Zugangs für neue Betreiber. Es wird erwartet, dass dieser Schritt den Wettbewerb auf der Strecke verstärken wird, was zu erweiterten Serviceoptionen und wettbewerbsfähigeren Preisen für Passagiere führen könnte.

Die Virgin Group hat sich als Open-Access-Betreiber für folgende Strecken beworben:

  • London Euston - Manchester Victoria / Rochdale / Preston
  • London Euston - Liverpool Lime Street
  • London Euston - Birmingham New Street
  • London Euston - Carlisle - Glasgow Central

Die Virgin Group war bereits in der Vergangenheit auf diesen Strecken der West Coast Main Line tätig. Zwischen 1997 und 2019 übernahm dannAvanti West Coast, ein Unternehmen der FirstGroup und Trenitalia, die Konzession und die Züge.


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