„Správa železnic“, der staatliche tschechische Eisenbahninfrastrukturbetreiber, hat die Zusammensetzung seiner Führungsspitze geändert und neue Führungskräfte in den Bereichen Infrastrukturmodernisierung, Netzbetriebsfähigkeit, Personalwesen und Kommunikation ernannt.
Die Änderungen wurden von Tomáš Tóth, Generaldirektor von Správa železnic, vorgestellt und traten sofort in Kraft. Sie sind Teil einer umfassenden Umstrukturierung der Organisation, die darauf abzielt, die Verwaltung zu vereinfachen, ausgewählte Aktivitäten zu zentralisieren, die Effizienz zu steigern und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu stärken.
„Správa železnic durchläuft derzeit einen tiefgreifenden Wandel, was sich auch in den Veränderungen in der Unternehmensführung widerspiegelt. Ich stelle Ihnen ein Team vor, dessen Mitglieder die Vision eines modernen, professionell geführten Unternehmens teilen, das offen und effizient ist“, sagte Tóth. „Gleichzeitig möchte ich allen Kollegen danken, deren Tätigkeit bei Správa železnic nun zu Ende geht. An dieser Stelle möchte ich insbesondere ihre professionelle und konstruktive Herangehensweise würdigen.“
Der neue stellvertretende Generaldirektor für Eisenbahnmodernisierung ist Karel Švejda, der zuvor die Position des stellvertretenden Generaldirektors für Betriebssicherheit innehatte. Laut Správa železnic verfügt er über Erfahrung sowohl im Investitions- als auch im wirtschaftlichen Bereich der Modernisierung der tschechischen Eisenbahn. In seiner bisherigen Funktion war er an der Einführung des ausschließlichen ETCS-Betriebs auf Hunderten von Kilometern Hauptstrecken sowie an der Senkung der Preise bei Ausschreibungen für Gleissanierungs- und -instandhaltungsarbeiten beteiligt. Er tritt die Nachfolge von Mojmír Nejezchleb an.
Švejdas bisherige Position wird von Jiří Macho übernommen, der zum stellvertretenden Generaldirektor für Betriebssicherheit ernannt wird. Macho leitete zuvor die Regionaldirektion Ostrava der Správa železnic und war für deren Fusion mit der Regionaldirektion Olomouc verantwortlich. Außerdem war er an der Bewältigung der Folgen der Überschwemmungen von 2024 und an der Koordinierung der Wiederaufnahme des Bahnbetriebs beteiligt.
Auch in wichtigen internen Abteilungen gibt es Veränderungen. Aneta Miklášová übernimmt die Leitung der Personalabteilung und löst damit Pavel Koucký ab. Miklášová hatte zuvor dieselbe Position bei ČD Cargo inne und ist zudem an der Gründung des Stiftungsfonds „Železnice srdcem“ beteiligt, der Familien von Eisenbahnmitarbeitern in schwierigen Lebenssituationen unterstützt.
Im Bereich Kommunikation übernimmt Nela Eberl Friebová, derzeit Leiterin der Presseabteilung und Sprecherin von Správa železnic, die Leitung der Kommunikationsabteilung und löst damit Kateřina Matásková ab. Dalibor Fajkus scheidet aus der Leitung von Správa železniční telematiky aus.
Die Umstrukturierung unter Tóth hatte bereits in den vergangenen Monaten begonnen. Seit April hat Správa železnic sein Verkehrsmanagementsystem umgestellt, seine Führungsstruktur vereinfacht und ausgewählte Aufgabenbereiche zentralisiert, darunter die Vorbereitung von öffentlichen Ausschreibungsverfahren. Nach Angaben der Organisation konnten dadurch rund 140 Führungspositionen abgebaut werden, ohne dass dies Auswirkungen auf das operative Personal hatte.
Ein wesentlicher Teil des neuen Ansatzes betrifft das öffentliche Beschaffungswesen. Laut Správa železnic haben eine größere Offenheit gegenüber Lieferanten, ein transparenteres Umfeld und ein breiterer Wettbewerb in den letzten Monaten zu spürbaren Preissenkungen bei Ausschreibungen geführt. Nach Angaben der Organisation belaufen sich diese Einsparungen auf Hunderte Millionen tschechischer Kronen, die in die Modernisierung der Infrastruktur fließen.
Dieser Wandel wirkt sich auch auf die Vorbereitung großer Investitionsprojekte aus. Im Bereich des Hochgeschwindigkeitsbahnverkehrs will sich die Správa železnic nach eigenen Angaben künftig auf ein Kernnetz konzentrieren, das Tschechien mit den Nachbarländern verbindet, und gleichzeitig Kapazitäten auf bestehenden Strecken freisetzen. Der Infrastrukturbetreiber bereitet zudem die Vorlage eines neuen mittelfristigen Plans für die Einführung des ETCS und die Elektrifizierung des Schienennetzes vor.