Das US-amerikanische Surface Transportation Board (STB) hat den von Union Pacific und Norfolk Southern eingereichten Fusionsantrag zur Prüfung angenommen, sodass der geplante Zusammenschluss nun in die inhaltliche Prüfung übergehen kann.
Die Antragsteller reichten ihren Antrag am 30. April 2026 erneut ein, nachdem das STB den ursprünglichen Antrag im Januar als unvollständig zurückgewiesen hatte. Obwohl das STB in mehreren Punkten ergänzende Informationen angefordert und den Verfahrenszeitplan bis zum Abschluss der Prüfung ausgesetzt hat, wird das Verfahren fortgesetzt, sobald die zusätzlichen Unterlagen geprüft worden sind.
Union Pacific und Norfolk Southern beantragen die Genehmigung, ihre Netze zu einem einzigen System zusammenzufassen, das die West- und Ostküste der USA verbindet. Die Unternehmen geben an, dass ihr Antrag auf Verkehrsdaten aller sechs nordamerikanischen Class-I-Eisenbahnunternehmen basiert und eine detaillierte Modellierung der Auswirkungen auf den Wettbewerb und den Betrieb enthält.
Dem Antrag zufolge würde die fusionierte Eisenbahngesellschaft darauf abzielen, den Fernverkehr vom Straßen- auf den Schienenverkehr zu verlagern, wobei jährlich 2,1 Millionen Lkw-Fahrten verlagert werden sollen. Die Antragsteller schätzen die jährlichen Einsparungen für die Verlader auf 3,5 Mrd. USD (ca. 3,2 Mrd. EUR), basierend auf niedrigeren Transport- und Lagerkosten sowie Änderungen bei den Transportwegen.
Die Unternehmen rechnen mit einem Anstieg des Verkehrsaufkommens, der bis zum dritten Jahr nach der Fertigstellung netto rund 1.200 neue gewerkschaftlich organisierte Arbeitsplätze erfordern wird. Außerdem haben sie Beschäftigungsgarantien für gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Transaktion vorgeschlagen.
Nach Bundesrecht hat die STB ab der Veröffentlichung ihrer Genehmigungsentscheidung 12 Monate Zeit, um das Beweisverfahren abzuschließen. Union Pacific und Norfolk Southern haben als angestrebten Abschlusstermin Mitte 2027 angegeben, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung.