Hupac rechnet für 2024 mit einem leichten Rückgang des kombinierten Verkehrsaufkommens Strasse/Schiene um 2,6%, wobei der alpenquerende Verkehr durch die Schweiz weitgehend stabil bleibt.
Transalpine Leistung steht im Gegensatz zu regionalen Rückschlägen
Das Verkehrsaufkommen durch die Schweizer Alpen ging trotz der anhaltenden Kapazitätsbeschränkungen im Gotthard-Basistunnel nur leicht um 0,2 % zurück. Andere Transitstrecken, einschließlich derjenigen durch Frankreich und Österreich, verzeichneten größere Rückgänge aufgrund der Schließung der Modane-Linie und Infrastrukturanpassungen in Norditalien. Die nicht-transalpinen Segmente in West-, Nordost- und Südosteuropa verzeichneten einen Rückgang von 1,2 %.
Die Gruppe erzielte ein Nettoergebnis von rund 9,6 Mio. EUR für das Jahr. Zu den betrieblichen Anpassungen gehörten der verstärkte Einsatz langer, schwerer Züge und die Straffung der Kapazitäten auf stark frequentierten Korridoren. Im maritimen Hinterlandverkehr trugen die angepassten Volumina aus Deutschland zum positiven Finanzergebnis bei.
Kapazitätsbeschränkungen wirken sich auf Verlagerungsziele aus
Hupac verweist auf den zunehmenden Druck auf die Verlagerungspolitik in der Schweiz. Das Unternehmen beförderte 536.000 Sendungen, was 10,4 Millionen Nettotonnen an Gütern durch die Alpen entspricht. Seit 2022 ist der kombinierte Verkehr in diesem Korridor jedoch um 9% zurückgegangen, während der Straßengüterverkehr um 4% zugenommen hat.
Der Rückgang wird auf infrastrukturelle Einschränkungen im deutschen Schienennetz zurückgeführt. Hohe Ausfallraten - rund 20% der Verbindungen - sind auf Bauarbeiten, schlechte Koordination und fehlende rechtzeitige Kommunikation zurückzuführen. Weniger als die Hälfte der alpenquerenden Züge der Hupac verkehren derzeit pünktlich.
Die Einstellung des Dienstes der Rollenden Landstraße (Rola) bis Ende 2025 wird als ein Ergebnis dieser anhaltenden Herausforderungen genannt.
Als vorrangig eingestufte Infrastrukturprojekte
Hupac bekräftigt die Notwendigkeit eines Ausbaus der alternativen Bahnstrecken. Ein Projekt sieht vor, die Strecke Belgien-Metz-Basel durch den Ausbau von Tunneln durch die Vogesen zu einem 4-Meter-Korridor auszubauen. Dies würde als zweite wichtige Zugangsstrecke zur Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) dienen. Es wird erwartet, dass die Schweiz diese Arbeiten finanziert, so wie es in der Vergangenheit bei der Finanzierung von Tunneländerungen in Norditalien der Fall war.
Ein weiterer Vorschlag ist die Umleitung über die Strecke Straßburg-Lauterbourg-Wörth mit Hybridlokomotiven. Darüber hinaus befürwortet das Unternehmen die Einrichtung von Pufferstrecken nördlich und südlich der Alpen, um Verspätungen aufgrund von Störungen aufzufangen.
Ab 2025 werden die Schweiz und Belgien gemeinsam den Güterverkehrskorridor Nordsee-Rhein-Mittelmeer betreuen. Hupac sieht dies als Chance für eine bessere Koordination und eine bessere Bauplanung.
Operative Anpassungen und Technologie
Um die Unterbrechungen abzumildern, hat Hupac einige Verbindungen zwischen Belgien und Italien ab Anfang 2025 über Frankreich umgeleitet. Zudem hat der Betreiber in Zusammenarbeit mit SBB Cargo International und Captrain während der Sperrung der Rheintalstrecke im August 2024 Umleitungen mit Dieselantrieb durch das Elsass organisiert.
Zu den Ausweichmaßnahmen gehören Bereitschaftszüge, zusätzliche Fahrer und Wochenendkapazitäten. Digitalisierungsinitiativen konzentrieren sich auf die Automatisierung des Terminalbetriebs und den Einsatz von Waggons mit lärmreduzierenden Bremsen und On-Board-Sensoren.
Neuausrichtung auf zentrale Nord-Süd-Korridore
Als Reaktion auf die schwankende Nachfrage und die Engpässe im Netz konzentriert Hupac den Betrieb auf die volumenstarken Nord-Süd-Strecken. Das Unternehmen strebt an, täglich drei bis vier Züge pro Richtung und Strecke einzusetzen, um eine schnellere Erholung nach Betriebsunterbrechungen und eine bessere Auslastung der Anlagen zu ermöglichen.
Die prognostizierten Marktbedingungen für 2025 bleiben aufgrund der geopolitischen Spannungen, der hohen Energiepreise und des Wettbewerbsdrucks in verschiedenen Sektoren unsicher. Hupac rechnet mit einem gleichbleibenden Volumen im kontinentalen und maritimen Verkehr, wobei der Schwerpunkt auf der Aufrechterhaltung von Kapazität, Qualität und Serviceanpassungen liegt.