SBB passt Angebot im kombinierten Verkehr an und stellt unrentable Terminals ein

SBB passt Angebot im kombinierten Verkehr an und stellt unrentable Terminals ein
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Die SBB strukturiert ihren Kombinierten Verkehr (KV) im Rahmen einer umfassenden Neuausrichtung des Güterverkehrs in der Schweiz um.

Die Änderung basiert auf dem 2022 eingeführten Rahmenwerk "Suisse Cargo Logistics" mit dem Ziel, die Kosteneffizienz zu verbessern und die gesetzlichen Vorgaben zur Wirtschaftlichkeit im Güterverkehr einzuhalten.

Nord-Süd-Korridor hat Vorrang, Ost-West-Korridor ist unzureichend

Bis 2026 plant die SBB, die erste KV-Verbindung nach dem neuen Konzept auf der Nord-Süd-Achse zwischen Dietikon (ZH) und Stabio (TI) zu eröffnen. Dieser Alpen-Shuttle dient als Test für das neue Angebotsmodell. Auf der Ost-West-Achse hat das Unternehmen noch keine entsprechenden Tests gestartet, weil es dort keine Expressfrachtkapazitäten und keine ausreichende Terminalinfrastruktur gibt.

Im Rahmen der Änderungen stellt die SBB den Betrieb an acht KV-Terminals ein, deren Weiterführung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Betroffen sind die Standorte Oensingen, Basel, Gossau, Widnau, Renens, St. Triphon, Cadenazzo und Lugano. Der Güterumschlag ist weiterhin in den Terminals anderer Anbieter möglich.

One of the affected terminals with discontinued operation is Oensingen © SBB Cargo
One of the affected terminals with discontinued operation is Oensingen © SBB Cargo

Kombiniertes Verkehrssystem unter finanziellem Druck

Das KV-Segment sowie der Einzelwagenverkehr erwirtschaften derzeit jährliche Verluste im zweistelligen Millionenbereich. Mit dem Kostensenkungsprogramm sollen die jährlichen Aufwendungen bis 2033 um rund 61,5 Millionen Euro gesenkt werden. Die SBB hält fest, dass alle Verkehrsträger die vom Bund vorgegebenen Wirtschaftlichkeitsstandards erfüllen müssen.

In Erwartung der Ergebnisse des Pilotprojekts Dietikon-Stabio plant die SBB langfristig einen Ausbau des KV auf der Ost-West-Achse, unterstützt durch Infrastrukturprojekte wie Gateway Basel Nord.

Auswirkungen auf den Personalbestand und Stellenabbau

Im Zuge der Neuausrichtung werden bis Ende 2025 rund 65 Vollzeitstellen im KV-Betrieb gestrichen. Der Abbau betrifft vor allem das Lokomotivpersonal, das Rangierpersonal und das technische Kontrollpersonal. In der Deutschschweiz wird rund ein Drittel der Stellen gestrichen, die restlichen zwei Drittel betreffen das Tessin. In den französischsprachigen Regionen sind keine Kürzungen zu erwarten.

Die SBB beschäftigt bei ihrer Güterverkehrstochter SBB Cargo Schweiz derzeit rund 2'250 Mitarbeitende, davon rund 50 im KV. Der Abbau soll in Abstimmung mit den Sozialpartnern erfolgen. Dabei werden Massnahmen wie Pensionierungen und interne Versetzungen genutzt, um betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden.

Investitionsschwerpunkt und umfassendere Umstrukturierung

Parallel zum Personalabbau investiert die SBB weiter in den Güterverkehr, unter anderem in die Modernisierung von Lokomotiven, Wagen, Rangierbahnhöfen, Werkstätten und digitalen Systemen. Gemeinsam mit Großkunden arbeitet das Unternehmen an der Schaffung eines kostenoptimierten Transportnetzes, das Schiene und Straße integriert, um die Kundennachfrage über große Entfernungen zu erfüllen.

Diese Bemühungen sind Teil der Bestrebungen der SBB, einen finanziell selbsttragenden Güterverkehr aufzubauen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 35.500 Personen, was einem Anstieg von rund 3.000 Personen seit 2019 entspricht, hauptsächlich in operativen und technischen Positionen.


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