Die sich wandelnde Geografie des eurasischen Güterverkehrs stärkt die Rolle der Türkei in der Schienenlogistik zwischen Europa, der Ukraine und Zentralasien.
Laut Laude Smart Intermodal hat der Krieg in der Ukraine die Bedeutung des Nordkorridors durch Russland geschmälert und das Interesse an alternativen Routen verstärkt, darunter auch am Mittelkorridor, der mit Chinas „Belt and Road“-Initiative verbunden ist.
„Unsere Züge fahren bereits über den Schwarzmeerkorridor in die Türkei, und diese Strecke wird stetig an Bedeutung gewinnen“, sagte Marcin Witczak, Geschäftsführer von Laude Smart Intermodal.
Er fügte hinzu, dass die Störungen rund um den Suezkanal und den Persischen Golf deutlich machen, dass stabilere Lieferketten erforderlich sind. In diesem Zusammenhang sieht Laude wachsendes Potenzial in Ländern wie Kasachstan, Usbekistan und Aserbaidschan, die die von den europäischen Märkten benötigten Ressourcen und Produkte liefern können.
Kasachstan ist ein wichtiger Bestandteil der transkaspischen internationalen Transportroute, die auch als „Mittlerer Korridor“ bekannt ist. Der Korridor verfügt derzeit über eine Kapazität von rund 6 Millionen Tonnen pro Jahr; bis 2030 soll diese auf 10 Millionen Tonnen erhöht werden.
Laude beobachtet zudem die geplante „Development Road“, einen Schienen- und Straßenkorridor, der vom irakischen Hafen Grand Faw durch die Türkei verläuft. Das Projekt könnte zunächst 20 bis 25 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr bewältigen und die Abhängigkeit von maritimen Engpässen wie der Straße von Hormus verringern.
„Wir beobachten zudem aufmerksam die kürzlich angekündigten Pläne für die sogenannte ‚Development Road‘ – einen Schienen- und Straßenkorridor, der eine entscheidende Rolle dabei spielen könnte, Europa näher an den Nahen Osten heranzuführen und die Abhängigkeit von strategischen Engpässen wie der Straße von Hormus zu verringern“, sagte Witczak.
Laude betreibt bereits Containerdienste über den Ostsee-Hub in Danzig, über Izmail zum rumänischen Hafen Constanța sowie über Schwarzmeer-Verbindungen nach Odessa, Chornomorsk und in die Türkei. Das Unternehmen baut zudem Verbindungen von Duisburg nach Süd- und Zentralpolen auf und plant eine intermodale Verbindung zwischen Warschau, Schlesien und Norditalien.