Europa als Wachstumsmotor
Die stärksten Wachstumsimpulse gehen derzeit von Europa aus. Vor allem Deutschland erfährt durch neue politische Rahmenbedingungen einen Schub: Erstmals seit vielen Jahren stehen dank des Sondervermögens der Bundesregierung erhebliche Mittel für den Ausbau und die Modernisierung der Schieneninfrastruktur zur Verfügung. Diese zusätzliche Investitionssicherheit schafft neue Chancen für die Branche, sowohl für etablierte Anbieter als auch für neue Marktteilnehmer.
USA bleiben hinter den Erwartungen zurück
Aber wissen Sie, die Lage in den Vereinigten Staaten ist nicht so gut, wie wir dachten. Das tatsächliche Investitionsvolumen liegt deutlich unter dem der letzten SCI-Studie. Der Hauptgrund dafür ist der politische Kurs der Trump-Administration, der zu einer Abkehr von öffentlichen Infrastrukturprojekten geführt hat. Die daraus resultierende Investitionszurückhaltung wird sich voraussichtlich bis weit in das Jahr 2030 hinein auswirken.
Aufstrebende Märkte: Projekte unter Unsicherheit
Die mittelfristigen Aussichten für die Schwellenländer sind von großer Unsicherheit geprägt. Viele neue Bauprojekte, die in Regionen wie Südamerika, Afrika und Südostasien geplant sind, hängen stark von internationalen Finanzierungen ab. Während Institutionen wie die Weltbank und der Internationale Währungsfonds weiterhin eine zentrale Rolle spielen, zeichnen sich zunehmend geopolitische Verschiebungen ab. Es wird erwartet, dass die Vereinigten Staaten ihr Engagement reduzieren werden, während China seinen Einfluss erhöhen könnte. Peking hat jedoch noch keinen offiziellen Standpunkt eingenommen, was die Situation noch unklarer macht.
Zwischen 2023 und 2025 dürfte der weltweite Markt für Eisenbahnoberbausysteme im Durchschnitt rund 38 Mrd. EUR pro Jahr betragen. Auf Instandhaltung und Erneuerung (After-Sales) entfallen rund 68 % des gesamten Marktvolumens, während Neubau und Netzausbau (OEM) etwa 32 % ausmachen. SCI Verkehr rechnet mit einem starken Wachstum im After-Sales-Segment. Das OEM-Segment wird dagegen nur leicht über der angenommenen Inflationsrate von 2 % wachsen, trotz deutlicher Steigerungen in Europa.