Das Institut der Region Paris und Transilien SNCF Voyageurs haben eine Studie darüber veröffentlicht, wie sich klimabedingte Wetterereignisse auf die Mobilität in der Île-de-France auswirken.
Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Mass Transit Academy, dem DRIEAT, der Industrie- und Handelskammer Paris Île-de-France und Sustainable Mobilities erstellt. Eine Umfrage umfasste mehr als 1.000 Einwohner der Île-de-France im Alter von mindestens 18 Jahren, während die andere 500 Unternehmen umfasste.
In der Île-de-France wurden in den letzten drei Jahren durchschnittlich 50 Tage mit außergewöhnlichen Wetterbedingungen pro Jahr verzeichnet. In der Region leben 3,6 Millionen Einwohner in städtischen Wärmeinseln, und es werden täglich 41 Millionen Fahrten verzeichnet, davon 9 Millionen mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Die Studie zeigt einen deutlichen Unterschied zwischen den Verkehrsträgern. Das Radfahren ist der wetterempfindlichste Verkehrsträger: Bei starkem Regen geht die Nutzung um 24 % zurück, bei 0 °C um 18 % im Vergleich zur Jahresdurchschnittstemperatur von 14 °C.
Der schienengebundene Nahverkehr ist weniger anfällig für tägliche Wetterschwankungen als der Straßen- oder Radverkehr. Die Fahrgastzahlen bei S-Bahnen und Zügen sinken bei starkem Regen um 2 % und bei 30 °C um 4 %, während die Fahrgastzahlen in der U-Bahn weitgehend unbeeindruckt bleiben, was darauf zurückzuführen ist, dass ein Großteil des Netzes unterirdisch verläuft.
Straßen sind anfälliger für Verkehrsbeeinträchtigungen. Bei Regen geht das Verkehrsaufkommen um 3 % zurück, die Staulänge nimmt jedoch um 31 % zu. Bei den fünf in der Studie untersuchten Winterwetterereignissen sank das Verkehrsaufkommen um 18 %, während die Staulänge in Kilometern um 54 % zunahm.
Schnee ist nach wie vor das Wetterphänomen, das die Mobilität in der Region am stärksten beeinträchtigt. Dies gaben 72 % der Einwohner und 95 % der Unternehmen an, vor allem wegen der unmittelbaren Auswirkungen auf das Straßennetz.
Während der untersuchten Winterveranstaltungen ging die Zahl der Radfahrer um 44 % zurück, die der Busnutzer um 33 %. Die Fahrgastzahlen in der U-Bahn sanken nur um 1 %, während die Fahrgastzahlen bei Straßenbahn, RER und Bahn um 12 % zurückgingen.
Hitzewellen werden als die größere langfristige Herausforderung angesehen. Die Zahl der Tage mit extremer Hitze in der Île-de-France könnte sich laut der Studie bis 2050 verdreifachen.
Während Hitzewellen nimmt die Mobilität bei allen wichtigen Verkehrsmitteln ab. Der Rückgang liegt bei Straßenbahnen, Autos, U-Bahnen und Fahrrädern zwischen 6 % und 9 %, bei S-Bahnen und Zügen steigt er auf 12 % und bei Bussen auf 20 %.
Die Studie hebt zudem ein Kommunikationsproblem für Bahnbetreiber hervor. Die Fahrgäste scheinen Beeinträchtigungen durch Schnee besser zu verstehen als solche durch Hitze: 49 % akzeptieren eine um 30 Minuten längere Reisezeit bei Schnee, aber nur 23 % akzeptieren dieselbe Verlängerung während einer Hitzewelle.
Telearbeit gilt als Instrument zur Nachfragesteuerung bei klimatischen Ereignissen. Von den Beschäftigten, die im Homeoffice arbeiten können, ziehen es 66 % vor, bei Hitzewellen zu Hause zu bleiben, doch 27 % der Belegschaft können weder im Homeoffice arbeiten noch flexible Arbeitszeiten nutzen.
Die von der CCI Paris Île-de-France befragten Unternehmen gaben an, bei widrigen Wetterbedingungen verschiedene Maßnahmen zu ergreifen. Rund 79 % gestatten das vorzeitige Verlassen des Arbeitsplatzes, 64 % ermöglichen Homeoffice, sofern die Tätigkeit dies zulässt, 44 % gewähren Urlaub oder Freistellung, und 38 % zahlen das volle Gehalt, auch wenn die Arbeitszeit nicht vollständig abgeleistet wird.
Im öffentlichen Nahverkehr legen die Einwohner Wert auf Echtzeit-Fahrplaninformationen, Informationen zu Ausweichrouten bei Betriebsstörungen, besser geschützte Wartebereiche sowie Einrichtungen wie Trinkbrunnen und Kühlbereiche. Die Unternehmen forderten zuverlässigere Fahrgastinformationen und bessere Busverbindungen zwischen den Vororten.