Europäische Kommission präsentiert 2040 Vision für grenzüberschreitendes Hochgeschwindigkeitsnetz in der EU

Europäische Kommission präsentiert 2040 Vision für grenzüberschreitendes Hochgeschwindigkeitsnetz in der EU
© Richard Hedrick / Unsplash
Die Europäische Kommission hat einen umfassenden Plan zur Schaffung eines einheitlichen Hochgeschwindigkeitsnetzes in der Europäischen Union bis 2040 vorgelegt.

Die Initiative zielt darauf ab, die Fahrzeiten auf zahlreichen grenzüberschreitenden Strecken zu verkürzen, unterstützt durch geplante Infrastrukturinvestitionen und regulatorische Anpassungen, die Bahnbetreiber, Infrastrukturbetreiber und Mitgliedstaaten betreffen.

Ein Plan auf der Grundlage des TEN-V

Der Plan, der sich auf die 2024 aktualisierte TEN-V-Verordnung stützt, sieht ein Netz vor, das alle EU-Hauptstädte und größeren städtischen Zentren mit Bahnstrecken verbindet, die für Geschwindigkeiten von über 200 km/h ausgelegt sind und in einigen Korridoren sogar 250 km/h überschreiten, sofern dies möglich ist. Wichtige Beispiele sind die Strecke Berlin-Kopenhagen, die bis 2030 von sieben auf vier Stunden verkürzt werden soll, und die Verbindung Sofia-Athen, die bis 2035 in weniger als sechs Stunden zu bewältigen sein soll.

© European Commission
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Verbindliche Entscheidungen zur Umsetzung der Korridore bis 2027

Um die Fertigstellung bis 2040 zu gewährleisten, beabsichtigt die Kommission, bis 2027 verbindliche Entscheidungen zur Umsetzung der Korridore zu treffen. In diesen Entscheidungen werden Zeitpläne für die Beseitigung von Infrastrukturengpässen festgelegt und Abschnitte bestimmt, die für den Hochgeschwindigkeitsbetrieb gebaut werden sollen. Die Bau- und Ausbauprojekte werden an Belastbarkeits- und Klimaneutralitätsstandards ausgerichtet. Umweltauswirkungen, Lebenszyklusemissionen und Klimaanpassungsmaßnahmen sollen in die künftige Planung der Eisenbahninfrastruktur einbezogen werden.

© Markus Winkler / Unsplash
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Vollständiger Netzausbau mit fast 550 Mrd. EUR

Eine spezielle EU-Finanzierungsstrategie soll bis Ende 2025 auf den Weg gebracht werden. Die Kommission schätzt die Kosten für die Fertigstellung des TEN-V-Hochgeschwindigkeitsnetzes auf 345 Mrd. EUR, wobei der vollständige Netzausbau über das TEN-V hinaus bis zu 546 Mrd. EUR kosten wird. Externen Bewertungen zufolge könnte der gesellschaftliche Nutzen des vollständigen Ausbaus 750 Mrd. EUR übersteigen. Der Finanzierungsrahmen umfasst EU-Zuschüsse, nationale Kofinanzierung und private Investitionen, wobei der Schwerpunkt auf neuen Finanzierungsinstrumenten und öffentlich-privaten Modellen wie der regulierten Vermögensbasis (RAB) oder Leasingmodellen liegt.

Gebrauchtmarkt für die Verfügbarkeit von Rollmaterial

Die Verfügbarkeit von Fahrzeugen wird durch Maßnahmen zur Schaffung eines Marktes für gebrauchte Fahrzeuge und zum Verbot der Verschrottung brauchbarer Hochgeschwindigkeitszüge geregelt. Die Kommission beabsichtigt außerdem, die Vorschriften für die Zertifizierung von Triebfahrzeugführern im Jahr 2026 zu überarbeiten, um den grenzüberschreitenden Einsatz des Fahrpersonals zu vereinfachen. Diese Überarbeitung wird mit der Annahme eines neuen ERTMS-Einführungsplans und harmonisierten Normen für Hochgeschwindigkeitszüge einhergehen.

© Laszlo Biro / Unsplash
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Eintritt neuer Betreiber

Um die Marktbedingungen zu verbessern, geht der Plan gegen Marktzutrittsschranken für neue Betreiber vor. Die Kommission wird 2026 Änderungen vorschlagen, um einen besseren Zugang zu den Fahrkartensystemen zu ermöglichen und die Fahrgastrechte bei Fahrten mit mehreren Betreibern zu stärken. Die Trassenpreise und der Zugang zu Serviceeinrichtungen werden ebenfalls überprüft. Die Infrastrukturbetreiber werden verpflichtet sein, Kapazitätsangebote auf grenzüberschreitenden Fernverkehrsstrecken zu koordinieren, und ein Anzeiger wird die Umsetzung des Plans ab 2026 verfolgen.

ERTMS und einheitliches Signalsystem auf Hochgeschwindigkeitsstrecken

Auch betriebliche Modernisierungen sind Teil des Plans. Es wird eine Verlagerung in Richtung Standardisierung und digitale Automatisierung erwartet, wobei der Schwerpunkt auf der Einführung von ERTMS als einheitliches Signalsystem für alle Hochgeschwindigkeitsstrecken liegt. Dies soll die technische Fragmentierung verringern und die Genehmigungsfristen für neue Zuggarnituren verkürzen.

© Snap Wander / Unsplash
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Auch militärische Mobilität ein Faktor

Der Vorschlag der Kommission sieht die Einrichtung von Runden Tischen der Interessengruppen für bestimmte grenzüberschreitende Strecken und die Überwachung der Fortschritte durch neu eingerichtete Steuerungsmechanismen vor. Auch die militärische Mobilität wird in der Infrastrukturagenda berücksichtigt, wobei der Ausbau neben dem zivilen Personenverkehr auch der Logistik mit doppeltem Verwendungszweck und dem Güterverkehr zugutekommen soll.

Erhebliche Verkürzung der Reisezeit

Die Zugreisezeiten zwischen Großstädten sollen sich auf mehreren Korridoren halbieren. Den Schätzungen in den beiliegenden Karten und Datentabellen zufolge könnte die Reisezeit von Paris nach Madrid auf 6 Stunden verkürzt werden, während die Strecke Lissabon-Madrid nur noch 3 Stunden dauern würde. Für die Strecke Brüssel-Berlin werden 5h30 veranschlagt, für die Strecke Prag-Wien 2h30. Für Strecken wie Athen-Sofia (derzeit 13h40) werden bis 2040 6 Stunden prognostiziert.

Die Europäische Kommission beabsichtigt, ihre Finanzierungsstrategie im Jahr 2026 als Teil einer umfassenderen Initiative mit den Mitgliedstaaten und Investoren zum Thema Hochgeschwindigkeitszüge abzuschließen. Es wird erwartet, dass der Eisenbahnsektor, die Infrastruktureigentümer und die Regionalregierungen an einer koordinierten Anstrengung teilnehmen, um das geplante Netz innerhalb der nächsten 15 Jahre zu verwirklichen.


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