RM: Was war der Hauptimpuls für die Entwicklung der chemischen Reinigung und wie lange dauerte ihre Entwicklung?
Lukas Rieger, Arideon: Der Hauptimpuls für die Entwicklung der Trockenreinigung war unser Wunsch, den Kunden eine Lösung anzubieten, die nicht nur Wasser spart, sondern auch eine flexiblere Fahrzeugwartung ermöglicht. Wir haben festgestellt, dass viele Kunden keinen einfachen Zugang zu Waschanlagen oder ausreichend Wasser haben, was eine regelmäßige Wartung oft erschwert. Wir wollten daher eine Methode entwickeln, mit der Fahrzeuge überall gewaschen werden können, ohne dass eine ständige Wasserquelle benötigt wird. Der Entwicklungsprozess dauerte etwa zwei Jahre. Wir testeten zunächst verschiedene umweltfreundliche Chemikalienmischungen und entwickelten nach und nach eine Technologie, die unseren Anforderungen an Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Reinigungsqualität entsprach. ideon
RM: Welche besonderen Vorteile bietet die Trockenreinigung gegenüber der traditionellen Zugreinigung?
Lukas Rieger, Arideon: Die Trockenreinigung bietet mehrere Vorteile. Der wichtigste ist der Verzicht auf Wasser, was die Umwelt besonders schont. Zudem kann die Reinigung überall durchgeführt werden, ohne dass eine Waschanlage oder ein Anschluss an das Wasserversorgungsnetz nötig ist. Ein weiterer Vorteil ist die Schnelligkeit und die Schonung der Fahrzeugoberfläche - die Trockenreinigung ist weniger aggressiv als die maschinelle Wäsche und schützt gleichzeitig die Lackierung von Zügen, die bei herkömmlichen Methoden beschädigt werden kann. Außerdem können wir die Wagen nach dem Waschen mit Wachs behandeln, was einen hydrophoben Schutz bietet und die Anfälligkeit für weitere Verschmutzungen verringert.
RM: Wofür kann diese Methode noch eingesetzt werden?
Lukas Rieger, Arideon: Diese Reinigungsmethode gibt uns völlige Flexibilität, so dass es möglich ist, die gleiche Technologie auf anderen Fahrzeugen wie Bussen, Lastwagen und jeder anderen Art von Transporteinheit anzuwenden. So betreiben wir beispielsweise eine Waschstraße für Marius Pedersen, eines der größten Unternehmen in der Abfallwirtschaft, wo wir nicht nur die Karosserie waschen, sondern auch das gesamte Fahrzeuginnere, speziell bei Müllwagen, den Motor und die gesamte Karosserie, einschließlich der beweglichen Innenteile. Dank des 3D-Drucks sind wir in der Lage, jedes für den Auftrag benötigte Anbauteil herzustellen.
RM: Wie funktioniert das Trockenwaschen unter extremen Bedingungen, z. B. bei sehr niedrigen Temperaturen oder in einem Gebiet mit begrenztem Zugang zu Wasser?
Lukas Rieger, Arideon: Wir haben die chemische Reinigung so konzipiert, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen funktioniert. Die spezielle Chemie, die wir entwickelt haben, ist selbst bei niedrigen Temperaturen nahe dem Nullpunkt wirksam. Das bedeutet, dass wir den Reinigungsprozess auch in den Wintermonaten durchführen können, wenn das traditionelle Waschen oft problematisch ist. So können wir Züge auch an abgelegenen Orten oder in Bahnhöfen reinigen, wo Wasser nicht leicht zugänglich ist. Unsere Methode macht eine komplizierte Logistik überflüssig, so dass die Reinigung genau dort durchgeführt werden kann, wo unser Kunde sie braucht.
RM: Die chemische Reinigung ist auf Umweltfreundlichkeit ausgelegt. Welche Innovationen bietet sie in diesem Bereich und wie trägt sie zum Umweltschutz bei?
Lukas Rieger, Arideon: Die Trockenreinigung ist insofern innovativ, als dass sie kein Wasser benötigt und somit zu einer erheblichen Einsparung dieser kostbaren Ressource beiträgt. Unsere umweltfreundlichen Chemikalien sind so konzipiert, dass sie biologisch abbaubar sind und negative Umweltauswirkungen minimieren. Das macht die Trockenreinigung zur idealen Lösung für Unternehmen, die ihren ökologischen Fußabdruck minimieren wollen.
RM: Ihr Unternehmen ist für seine anderen Produkte im Bereich der Wartung von Schienenfahrzeugen bekannt. Wie entwickeln sich die von Ihnen angebotenen Dienstleistungen weiter, zum Beispiel im Bereich der Tiefenreinigung von Zuginnenräumen?
Lukas Rieger, Arideon: Unsere Philosophie ist es, eine umfassende Fahrzeugpflege zu bieten, daher sind wir ständig dabei, unser Dienstleistungsangebot zu erneuern und zu erweitern. Im Bereich der Innenraum-Tiefenreinigung haben wir uns auf die maschinelle Reinigung von Stoffsitzen und Polstern konzentriert, was die Lebensdauer der Materialien deutlich verlängert und gleichzeitig die hygienischen Bedingungen für die Passagiere verbessert. Darüber hinaus bieten wir die Desinfektion von Innenräumen mit Ozonisatoren an, was in der heutigen Zeit, in der großer Wert auf Sauberkeit und Hygiene im Verkehr gelegt wird, besonders wichtig ist. Wir beobachten ständig neue Technologien und Verfahren, um unseren Kunden die modernsten und effizientesten Lösungen anbieten zu können. Allerdings testen wir diese Innovationen immer erst sehr gründlich, bevor wir sie auf den Markt bringen.
RM: Eine Ihrer Spezialitäten ist die Entfernung von Graffiti auf Zuggarnituren. Können Sie uns etwas über die Methoden und Technologien erzählen, die Sie einsetzen, um Graffiti schnell und effizient zu entfernen?
Lukas Rieger, Arideon: Die Graffitientfernung ist eine unserer wichtigsten Dienstleistungen, weil wir wissen, wie wichtig eine schnelle und effektive Lösung ist. Wir entfernen Graffiti im Trockenverfahren, also ohne den Einsatz von Wasser, was die Entstehung von weiterem Sondermüll verhindert. Wir entfernen Graffiti sowohl von den Innenräumen der Züge als auch von den Außenteilen der Triebzüge. Wir verwenden unsere eigenen Chemikalien, die speziell für diesen Zweck entwickelt wurden und auch bei niedrigen Temperaturen wirksam sind. Im Innenraum verwenden wir Anti-Graffiti-Tücher, die eine sofortige Entfernung der Malereien ermöglichen, sobald der Zug an seinem Ziel angekommen ist. Auf der Außenseite der Wagenkästen verwenden wir eine spezielle Chemikalie, die Graffiti schnell entfernen kann, ohne die Oberfläche oder den Lack des Wagens zu beschädigen. Schnelligkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor - wir versuchen, Graffiti innerhalb des zweiten Tages nach der Meldung zu entfernen, damit sie sich nicht in das Material einfressen.
RM: Wo sehen Sie die Zukunft der Zugwartung und welche weiteren Innovationen können wir von Arideon in diesem Bereich erwarten?
Lukas Rieger, Arideon: Wir sehen die Zukunft der Triebfahrzeuginstandhaltung vor allem in der Automatisierung und im Einsatz von grünen Technologien. Bei Arideon beobachten wir ständig neue Trends und arbeiten an der Entwicklung mobilerer Lösungen, die es unseren Kunden erleichtern, ihre Fahrzeuge vor Ort zu warten. In Zukunft möchten wir verstärkt in automatisierte Reinigungssysteme und Technologien investieren, die die Umweltbelastung minimieren. Außerdem planen wir, unser Dienstleistungsangebot um neue Reinigungs- und Wartungsmethoden zu erweitern, die den Bedürfnissen des modernen Bahnbetriebs und den hohen Anforderungen an Hygiene und Ökologie gerecht werden. Einschließlich Schutzbeschichtungen gegen Graffiti.
RM: Wie sind Sie in der Lage, auf die spezifischen Bedürfnisse und Probleme Ihrer Kunden im Bereich der Zugreinigung einzugehen?
Lukas Rieger, Arideon: Flexibilität und individueller Umgang mit den Kunden sind die Grundpfeiler unserer Dienstleistung. Wir wissen, dass jeder Betrieb seine eigenen spezifischen Bedürfnisse und Probleme hat, und wir sind bereit, auf jede Herausforderung zu reagieren. Wenn ein Kunde beispielsweise mit einer unerwarteten Verschmutzung oder einem plötzlichen Wartungsproblem konfrontiert wird, sind wir in der Lage, unsere Teams sofort einzusetzen und eine schnelle und effektive Lösung zu bieten, oft schon am nächsten Tag. Mit unserer breiten Palette an Dienstleistungen, einschließlich mobiler Waschstraßen und Tiefenreinigungsmöglichkeiten, können wir unsere Verfahren und Technologien genau auf die Anforderungen des Kunden abstimmen. Wenn eine völlig neue Lösung erforderlich ist, können wir gemeinsam mit Ihnen eine Technologie oder ein Verfahren entwickeln, das auf das jeweilige Problem zugeschnitten ist. Auf diese Weise sorgen wir für maximale Zufriedenheit und minimieren die Ausfallzeiten im Betrieb unserer Kunden. Und unsere Dienstleistungen erhalten einen zusätzlichen Mehrwert, den wir dann gerne auch allen anderen Kunden anbieten.